Die Bergziege meldet sich zurück – Nachdem der Speedgoat 6 bei vielen Läufern für gemischte Gefühle gesorgt hat, soll die siebte Generation, der Hoka Speedgoat 7 wieder an alte Stärken anknüpfen. Ob das gelingt, erfährst du hier.
Die Daten im Überblick
- Hersteller: Hoka
- Modell: Speedgoat 7
- Empf. Verkaufspreis: 165 €
- Gewicht: 282 g (Größe Herren EU 44 2/3)
- Sprengung: 5 mm
- Sohlendicke: Ferse 40 mm / Vorfuß 35 mm
- Außensohle: Vibram® Megagrip mit TractionLug™
- Dämpfung: Maximal / Komfort
- Einsatzbereich: Allround / Training, Ultra / Langstrecke
- Terrain: Technisch / Alpin, All-Terrain / Trail
Der erste Eindruck
Auffälligstes Merkmal des Hoka Speedgoat 7 ist die neue Zwischensohle: Statt der bisherigen EVA-Mischung kommt nun ein superkritischer EVA-Schaum (CMEVA) zum Einsatz, der spürbar leichter und rückfedernder ist als beim Vorgänger. Bei einer Bauhöhe von 40 mm in der Ferse und 35 mm im Vorfuß bleibt die Sprengung mit 5 mm identisch zum Speedgoat 6. Das Obermaterial wurde ebenfalls überarbeitet und wirkt am Fuß eher schlank und minimalistisch, statt plüschig gepolstert. Die Zehenkappe fällt länger aus und sorgt für zusätzlichen Schutz bei Steinkontakten. An der Außensohle setzt Hoka weiterhin auf Vibram Megagrip, mit neu ausgerichteten 5 mm tiefen Stollen. Insgesamt bringt der Speedgoat 7 in Herrengröße rund 275 g auf die Waage.
Passform und Schnürung des Speedgoat 7
Der Speedgoat 7 fällt, wie schon seine Vorgänger, eher schmal geschnitten aus – das betrifft vor allem den Vorfußbereich. Läufer mit breiteren Füßen sollten das im Hinterkopf behalten, Hoka bietet den Schuh deshalb zusätzlich in einer breiteren Version an. Ich empfehle eine Nummer Größer zu probieren als normal. Bei vielen Schuhmodellen trage ich Größe EU 44, beim Hoka Speedgoat 7 passt Größe EU 44 2/3 gut. Im Mittelfuß liegt das Obermaterial eng an, ohne zu drücken, und sorgt zusammen mit der klassischen Schnürung für einen sicheren, gut fixierten Sitz. Der Fersenbereich wurde überarbeitet und schmiegt sich angenehm um den Knöchel, die Innenpolsterung fällt dabei bewusst schlank aus.
Der Hoka Speedgoat 7 auf dem Trail: Grip, Dämpfung und Stabilität
Auf technischem, felsigem Terrain spielt der Speedgoat 7 seine größte Stärke aus. Die Vibram-Megagrip-Sohle liefert zuverlässigen Grip, egal ob auf nassem Fels, losem Geröll oder rutschigen Wurzeln. Die neue CMEVA-Zwischensohle dämpft Stöße auf langen Abfahrten spürbar besser als beim Speedgoat 6 und fühlt sich dabei reaktionsfreudiger an, ohne bei ruhigem Tempo träge zu wirken. Der moderate MetaRocker unterstützt ein rundes Abrollen vor allem auf gut ausgebauten Trails und bei Anstiegen; auf sehr technischem Gelände, wo präzise Fußplatzierung gefragt ist, agiert der Schuh dafür etwas weniger direkt.
„Der Speedgoat 7 wirkt insgesamt kontrollierter und lebendiger als sein Vorgänger – ohne dabei in Richtung Racer zu kippen. Genau auf technischem Terrain zahlt sich das aus.“
Markus Attenhauser
Bei der Stabilität liegt der Speedgoat 7 im soliden Mittelfeld: Er ist nicht so bodennah und präzise wie ein flacherer, minimalistischer Trailschuh, bietet dafür aber ein gutes Gleichgewicht aus Schutz und Kontrolle, das sich besonders auf langen Läufen im Gebirge auszahlt. Das Obermaterial hält Schmutz und kleine Steine zuverlässig draußen, trocknet bei Nässe aber eher langsam.
Vorteile und Nachteile des Hoka Speedgoat 7 im Überblick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Sehr guter, zuverlässiger Grip dank Vibram Megagrip | Eher schmale Passform, vor allem im Vorfußbereich |
| Neue CMEVA-Zwischensohle: leichter und reaktiver als beim Vorgänger | Kein bodennahes, präzises Laufgefühl auf sehr technischem Terrain |
| Viel Schutz durch üppige Sohlenkonstruktion und lange Zehenkappe | Für kurze, schnelle Läufe eher überdimensioniert |
| Gutes Gleichgewicht aus Dämpfung, Stabilität und Kontrolle | |
| Auch in breiterer Passform erhältlich |
Fazit: Lohnt sich der Hoka Speedgoat 7?
Der Hoka Speedgoat 7 ist eine gelungene Rückkehr zur alten Stärke der Reihe: mehr Dämpfkomfort, verlässlicher Grip und eine insgesamt lebendigere Abstimmung als beim Speedgoat 6. Er richtet sich klar an Läufer, die auf mittleren bis langen Distanzen im technischen, alpinen Terrain unterwegs sind und Wert auf Schutz und Kontrolle legen – weniger an alle, die einen agilen, bodennahen Racer suchen. Zu beachten ist die eher schmale Passform im Vorfußbereich, hier lohnt sich für viele ein Blick auf die breitere Version. Wer einen robusten, gut gedämpften Allrounder für lange Trailrunning-Einheiten sucht, macht mit dem Speedgoat 7 nichts falsch.
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Alle Modelle im Überblick
Quellenangaben und Querverweise:
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- Fotos und Text: Markus Attenhauser



