Event-Typ
Land
Distanz
Datum
Anzeige / Werbehinweis: Der Startplatz für diese Event wurde kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies hat keinen Einfluss auf den Bericht und es wurden keine Vorgaben zum Inhalt gemacht.

Das Event findet im wunderschönen Vorarlberg statt, genauer gesagt in Warth-Schröcken. Die Veranstalter bieten zwei unterschiedliche Touren an:

  • Für Einsteiger und Kinder – Rookie Summits Tour: 19 km bei ca. 1.370 Höhenmetern.
  • Für erfahrene Bergliebhaber – Seven Summits Tour: 48 km bei ca. 4.300 Höhenmetern.

Mit 475 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zählt dieses Event definitiv nicht zu den Großveranstaltungen. Wer also mehr über das vielleicht noch geheime und wunderschöne Bergevent erfahren möchte, sollte sich diesen Artikel nicht entgehen lassen.

Vor dem Start: Ruhe vor dem Sturm

Der Veranstalter gibt sich Mühe, die Läuferinnen und Läufer über Wetter- und Verkehrsprognosen auf dem Laufenden zu halten. Die Kommunikation erfolgt per E-Mail. Der Erlös der Veranstaltung fließt in Hilfsprojekte von ROKPA. Heuer werden die Opfer der Sturzflut in Nepal unterstützt.

Wer nicht im Ort übernachtet, kann mit dem Auto anreisen. Parkplätze sind ausreichend vorhanden, und die örtliche Feuerwehr übernimmt sogar die Einweisung. Die Ausgabe der Startnummern erfolgt unkompliziert. Da es keine Pflichtausrüstung gibt, wird diese natürlich auch nicht kontrolliert.

30 Minuten vor dem Start findet ein verpflichtendes Race-Briefing statt. Dabei wird nochmals auf das Wetter, die Verpflegungsstationen und die Ausstiegsmöglichkeiten hingewiesen. Auf jedem Gipfel befinden sich freiwillige Helfer, welche die Startnummern kontrollieren und zur Sicherheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer notieren.

Sehr positiv zu erwähnen ist das angebotene Frühstück vor bzw. während des Briefings. Von Joghurt, Obst, Brötchen, Wurst, Käse, Marmelade und vielem mehr ist für jeden etwas dabei.

Auf der Strecke: Vom Waldtrail in die Felsenwelt

Gestartet wurde in drei Etappen: die erste Gruppe lief um 02:00 Uhr los, die zweite um 03:30 Uhr und die dritte um 05:00 Uhr. Der Weg ist durchgehend gut markiert und anfänglich mit roten Lichtern versehen.

Vom Gemeindeamt Schröcken ging es zunächst auf einer gut laufbaren Schotterstraße bis zur Höferbergalpe. Hier endete der Fahrweg und ging direkt in einen steilen, lehmigen Fußweg auf die Höferspitze über. Vom Gipfel ging es direkt über einen Grat und anschließend wieder ins Tal.

Dort konnte man bei einem kleinen Trinkbrunnen seine Flasche auffüllen – diese Möglichkeit wird allerdings vom Veranstalter nicht angeführt. Kurz über Asphalt ging es bald auf einem breiten Fußweg weiter Richtung Juppenspitze. Am Weg befindet sich ein beschildertes „Materialdepot“. Hier besteht die Möglichkeit, seine Laufweste zu lagern, um diese nicht mit auf den Gipfel nehmen zu müssen. Die Depots werden allerdings nicht beaufsichtigt.

Der Gipfel zur Juppenspitze gestaltet sich ebenfalls sehr steil und, im Gegensatz zur Höferspitze, auch technisch herausfordernd. Nach dem Gipfel ging es zurück zum Depot und weiter in Richtung Mohnenfluhsattel.

Vor dem Mohnenfluhsattel wartet bei der Bergstation die erste Verpflegungsstation (ca. 20 km). Leider mussten wir hier zum Auffüllen anstehen. Mit vollen Flaschen ging es weiter Richtung Mohnenfluhsattel. Vor dem Anstieg zum Gipfel gab es wieder die Möglichkeit zur Depotabgabe.

Dieser Aufstieg hat sich für mich zum ersten Mal seit Beginn der Tour richtig gut angefühlt, obwohl er weder weniger technisch noch weniger steil war. Anscheinend habe ich einfach länger gebraucht, um hineinzufinden.

Nach dem Gipfel ging es zurück Richtung Depot und weiter zum Butzensee. Vom tiefsten Punkt führte der Weg über den Butzengrat zum nächsten Ziel: der Braunalspitze.

Der Weg führt vom Butzengrat über Schotterserpentinen bis unter den massiven Gipfelaufbau. Dieser ist mit Seilen versichert und erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

Am höchsten Punkt der Tour angelangt, ging es hinunter Richtung Hochberg. Der Downhill ist ebenso wie der Uphill technisch auf höchstem Niveau. Mehrere Kletterstellen und eine kurze Felsplatte, die mit Seilen und Helfern gesichert ist, müssen überwunden werden.

Der Uphill zum Hochberg bietet wieder ein Materialdepot und führt über eine Wiese, die aufgrund der leichten Regenfälle leider zu einer kleinen Rutschpartie wurde. Nach dem Hochberg ging es kurz bergab, wo nochmals eine Verpflegungsstation mit ausschließlich Wasser und Iso (ca. 28 km) angeboten wurde.

Nach einem wunderschönen, welligen Trail gelangte man zum nächsten Materialdepot und zum Aufstieg auf das Rothorn. Der Aufstieg führt ähnlich wie beim Hochberg über eine Almwiese und ein kurzes Gratstück. Der Downhill war aufgrund der Regenfälle wieder eine Rutschpartie.

Endspurt zum letzten Berg – dachte ich mir …

Vor dem letzten Anstieg wurde bei der Biberacher Hütte eine Verpflegungsstation mit Suppe und Brot angeboten. Auch ein Materialdepot war wieder vorhanden.

Der Anstieg zum Vorgipfel der Hochkünzelspitze ist nicht sonderlich steil oder technisch, aber lang. Für diesen Berg braucht man nochmals einen klaren Kopf und einen starken Willen. Vom Vorgipfel bis zum Gipfel befindet sich nochmals ein kurzer, steiler und mit Seil gesicherter Abschnitt.

Als Rückweg ging es über einen steilen Güterweg – unbedingt gute Downhillbeine aufheben! – bis zu einem Wanderweg, der noch wellig zu laufen ist (ca. 10 km).

Ein kleines Highlight ist die „777-Schritte-Station“ (Schnaps-Station). Von hier sind es noch 777 Schritte bis ins Ziel.

Was ganz besonders ist: Jeder, der die Strecke nicht geschafft hat und aufgeben musste, wird bis zu dieser Station gebracht und darf – wie jeder andere – ganz normal ins Ziel gehen.

Im Ziel: Kuhglocken, Handschlag, Heimkommen

Die Stimmung im Ziel war großartig. Kuhglocken läuten überall, und der Moderator gibt jedem Finisher persönlich einen Handschlag. Das macht eine kleine Veranstaltung besonders familiär.

Allerdings müssen jeder Medaillenfreak und Platzierungsfreund besonders stark sein: Es gibt weder Medaillen noch Platzierungen. Der Veranstalter verzichtet bewusst darauf. Zeiten und Urkunden werden online alphabetisch sortiert.

Als Geschenk bekommt man eine regionale Box, gefüllt mit Käse, Wurst, Bier und einem Buff. Im Ziel gibt es außerdem die Möglichkeit, einen Essensbon einzulösen – als vegetarische oder fleischige Variante.

Fazit: Ein Comeback mit Gipfelblick

Für mich persönlich war es mein „Comeback“ nach meiner Babypause und daher mein absolutes Highlight. Das Bergpanorama ist traumhaft und kaum zu überbieten. Ein „Must-do“ für alle Gipfelliebhaber!

Ich hätte mir tatsächlich eine Verpflegungsstation zu Beginn mehr gewünscht sowie die Möglichkeit, auf eine Toilette gehen zu können.

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