Der Rosengartenlauf im Regionalpark Rosengarten (ca. 25 km südlich von Hamburg) gehört seit 2019 zu den beliebtesten Trailrunning-Events in Norddeutschland. Insgesamt stehen 13 verschiedene Wettbewerbe zur Auswahl – vom 400-Meter-Bambinilauf bis hin zur Königsklasse: dem Rosengarten ULTRA Heide Marathon (kurz: RUHM) über 50 Kilometer und rund 1.000 Höhenmeter.
Der Rosengarten ULTRA Heide Marathon führt auf einem einzigen großen Rundkurs durch die abwechslungsreiche Landschaft des Regionalparks: vorbei an den Harburger Bergen, durch den Staatsforst Rosengarten, über die Fischbeker und Wulmstorfer Heide sowie über Abschnitte des bekannten Heidschnuckenwegs.
Ich war am vergangenen Wochenende am Start, um die 50 Kilometer wunderschöner Singletrails beim Rosengarten ULTRA Heide Marathon selbst zu erleben – und bin absolut begeistert von der Strecke und der gesamten Veranstaltung.
Organisation & Anmeldung zum Rosengarten ULTRA Heide Marathon
Ich habe mich Ende Juni spontan für den Lauf angemeldet, als es glücklicherweise noch vereinzelte Restplätze gab. Der Rosengarten ULTRA Heide Marathon ist auf maximal 150 Teilnehmende begrenzt, da wesentliche Streckenabschnitte durch sensible Natur- und Landschaftsschutzgebiete führen.
Startunterlagen: Meine Startnummer konnte ich bereits am Donnerstag vor dem Event im Laufladen Laufwerk Hamburg abholen. Wer das nicht schafft, kann die Unterlagen am Wettkampfmorgen direkt auf dem Eventgelände entgegennehmen.
Das Eventgelände am Wildpark Schwarze Berge
Start und Ziel befinden sich direkt am Wildpark Schwarze Berge. Die Anreise mit dem Auto aus Hamburg dauerte am Sonntagmorgen knapp 30 Minuten. Direkt am Start- und Zielbereich stehen ausreichend kostenlose Parkplätze zur Verfügung.
Auf dem Eventgelände ist die Infrastruktur vorbildlich:
Ausreichend sanitäre Anlagen (Toiletten)
Unkomplizierte Kleider- und Taschenabgabe
Vielfältige Verpflegung (Getränke, Kaffee, Kuchen & herzhafte Snacks)
Das Gelände ist kompakt und übersichtlich gestaltet, sodass man sich auch am frühen Morgen ohne Hektik zurechtfindet.
Der Start: Entzerrung auf den Trails
Der Start beim Rosengarten ULTRA Heide Marathon erfolgt in vier Wellen, getrennt nach der individuellen Pace:
1. Welle: 08:00 Uhr
2. Welle: 08:15 Uhr
3. Welle: 08:30 Uhr
4. Welle: 08:45 Uhr
Ich bin punkt 8:00 Uhr mit etwa 35 weiteren Läuferinnen und Läufern gestartet. Gerade auf den schmalen Wurzelpfaden erweist sich diese Aufteilung als enorm angenehm, da sich das Feld von Beginn an entzerrt und kein Stau entsteht.
Die Strecke: Singletrails, Höhenmeter und überraschendes Kraxeln
Vorab hatte ich mir die Route auf Komoot angesehen und war wegen der vielen Schleifen und Abzweigungen etwas skeptisch. Sicherheitshalber hatte ich den GPX-Track auf meine GPS-Uhr geladen.
Die Sorge war jedoch unbegründet: Die Strecke des Rosengarten ULTRA Heide Marathon ist exzellent mit Schildern und Pfeilen ausgeschildert, ergänzt durch streckenkundige und motivierende Streckenposten an Schlüsselstellen.
Langeweile kommt auf den 50 Kilometern garantiert nicht auf:
Untergrund: Wanderwege, schmale Wurzelpfade, tiefe Sandpassagen und technische Singletrails.
Profil: Der Veranstalter verspricht flowige Downhills und knackige Uphills mit bis zu 70 % Steigung – das trifft die Realität auf den Punkt.
Vielfalt: Komoot weist auf der Strecke sechs verschiedene Wegearten (u. a. Querfeldein- und Bergwanderwege) sowie sechs Oberflächenstrukturen aus.
Von den Harburger Bergen in die Heide
Ab Kilometer 37 ändert die Landschaft ihr Gesicht: Aus schattigen Wäldern geht es hinaus in die offene Heidelandschaft. Auch wenn die Heide durch die sommerliche Trockenheit nicht ganz ihre volle Blütenpracht entfalten konnte, bleibt der Panoramablick beeindruckend und sorgt nach den Waldkilometern für eine willkommene Abwechslung.
Bei Kilometer 39 folgte das persönliche Highlight: mein kleines Stück „Alpen“ mitten in Norddeutschland (laut Komoot exakt 149 Meter lang). Hier hieß es: Hände zum Einsatz bringen und im leichten Scrambling-Stil die Steigung hochklettern. Nicht ganz die Zugspitze, aber definitiv mehr ehrlicher Trail, als man so nah an Hamburg erwartet!
Verpflegung auf der Ultra-Distanz
Die Verpflegung auf der Strecke ist hervorragend gelöst. Offiziell gibt es beim Rosengarten ULTRA Heide Marathon sieben Verpflegungsstationen, die durch den Schleifenkurs insgesamt elfmal angelaufen werden.
Angebot an den Stationen:
Wasser & Iso
Cola
Bananen & Riegel
Energy-Gels
Ich hatte zwar eine Laufweste mit eigener Verpflegung dabei, wäre aber auch ohne Eigenversorgung bestens über die Verpflegungsstände durchgekommen. Trotz Überschneidungen mit den kürzeren Distanzen blieb immer genügend Platz – auf vielen Passagen genoss ich die Trails sogar komplett für mich allein.
Einlauf im Ziel & Fazit
Nach 6:15 Stunden und rund 1.000 Höhenmetern erreichte ich schließlich wieder das Ziel am Wildpark Schwarze Berge. Obwohl viele Wettbewerbe zu diesem Zeitpunkt bereits beendet waren, sorgten die verbliebenen Zuschauerinnen und Zuschauer für eine fantastische Stimmung im Zielkanal.
Im Zielbereich gab es für alle Finisher kühle Getränke und Snacks. Mein persönlicher Retter: ein eisgekühlter Magnesiumdrink, der gefühlt seinen Teil dazu beitrug, dass der Muskelkater an den Folgetagen überschaubar blieb.
Mein Fazit zum Rosengarten ULTRA Heide Marathon
Ein absolut empfehlenswertes Event! Wer Lust auf eine fordernde Trailrunning-Herausforderung mit echtem Höhenmeter-Konto sucht und dafür nicht extra stundenlang in die Alpen reisen möchte, findet im Rosengarten ULTRA Heide Marathon die perfekte Alternative in Norddeutschland.
Warum sich der Rosengarten ULTRA Heide Marathon lohnt:
Trailtauglich: Abwechslungsreiche Singletrails und spürbare Höhenmeter vor den Toren Hamburgs.
Alpines Feeling: Inklusive kleiner Klettereinlage mitten im Norden.
Top-Organisation: Perfekte Ausschilderung, entspannte Atmosphäre und erstklassige Verpflegung.
Ein Lauf, der definitiv auf die Bucket List gehört!
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