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Anzeige / Werbehinweis: Dieses Produkt wurde vom Hersteller für diesen Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies hat keinen Einfluss auf das Testergebnis und es wurden keine Vorgaben zum Inhalt gemacht.

Zwei Carbonplatten, jede Menge PEBA-Schaum und trotzdem federleicht – der Hoka Tecton X4 tritt in die großen Fußstapfen seines Vorgängers. Ob der neue Streich das Erfolgsrezept des X3 fortschreibt oder sich mit kosmetischen Änderungen begnügt, erfährst du hier.

Kaum ein Trailschuh hat mich in den letzten Jahren so überzeugt wie der Hoka Tecton X. Schon der X3 war für mich einer der wenigen Carbonschuhe, die auf technischem Terrain wirklich funktionieren, statt dort nur mitzulaufen. Mit dem Tecton X4 bringt Hoka pünktlich zur UTMB-Woche 2026 die nächste Generation an den Start – mit neuem Obermaterial, leicht überarbeiteter Außensohle und ein paar Feinheiten an der Plattenkonstruktion. Ob diese Kombination aufgeht, erfährst du hier.

Die Daten im Überblick

Der erste Eindruck: Aufgeräumt, transparent und überraschend leicht

Im Vergleich zum X3 wirkt der Tecton X4 auf den ersten Blick aufgeräumter. Die markanten Carbon-„Winglets“, die beim Vorgänger seitlich aus der Zwischensohle herausschauten, sucht man am X4 vergeblich – die Platten verschwinden jetzt vollständig im Schaum. Auch das neue Obermaterial fällt mir sofort auf: Matryx Micro ist deutlich dünner und transparenter als beim X3, fast schon durchscheinend, wenn man den Schuh gegen das Licht hält.

Die Stapelhöhe bleibt mit 40 mm Ferse und 35 mm Vorfuß gegenüber dem X3 unverändert, das Gewicht sinkt dabei leicht. Für einen so hoch gestackten Doppel-Carbonschuh bleibt der Tecton X4 damit erstaunlich leicht – das war für mich schon beim ersten Reinschlüpfen spürbar. An der Außensohle hat sich ebenfalls etwas getan: Die Stollen sind mit 4 mm nun etwas prominenter und stufiger geformt als beim X3, was auf losem Untergrund für zusätzliche Sicherheit sorgen soll. Am bewährten Vibram-Megagrip-Litebase-Gummi selbst hat Hoka dagegen nichts verändert

Passform und Schnürung: Sicherer Halt für lange Distanzen

Die Passform des Hoka Tecton X4 fällt für mich absolut true to size aus, im Zehenbereich bleibt genug Platz für Zehenspreizung, ohne dass der Schuh dabei ausgelatscht wirkt. Verantwortlich dafür ist unter anderem der sogenannte Dynamic Vamp, ein leicht dehnbarer Bereich über dem Vorfuß, der bei anschwellenden Füßen auf langen Läufen angenehm mitgibt.

Die integrierte, gamaschenartige Strickmanschette hält Geröll und Trailschmutz zuverlässig fern und sitzt dabei sockenartig statt einengend – genau so, wie ich mir das bei einem Schuh für lange Distanzen wünsche. Bei der Schnürung hat Hoka leicht nachjustiert: Im unteren Bereich kommen weiterhin Ghillie-Ösen zum Einsatz, weiter oben nun klassische Ösen, mit denen sich bei Bedarf zusätzlich ein Runner’s-Lock für noch mehr Fersenhalt schnüren lässt. Für seitliche Stabilität sorgen hohe, aus der Mittelsohle herausgezogene Seitenwände, die meinen Fuß auch ohne klassische Fersenkappe zuverlässig auf der Plattform halten.

Das neue, dünnere Obermaterial fühlt sich beim Anfassen etwas kratziger an als das weichere Material des X3. Dafür nimmt es spürbar weniger Wasser auf und trocknet nach Bachdurchquerungen deutlich schneller – ein Tausch, den ich jederzeit eingehe.

Auf dem Trail: Vortrieb trifft Flexibilität

Auf dem Trail zeigt sich der Hoka Tecton X4 als das, was er sein soll: ein vielseitiger Carbon-Racer für technisches Gelände und lange Distanzen. Die beiden parallelen Carbonplatten sitzen zwischen einer weicheren oberen und einer festeren unteren PEBA-Schicht und sorgen für spürbaren Vortrieb, ohne dabei so unnachgiebig zu wirken wie bei manch anderem straffen Konkurrenzmodell. Gegenüber dem X3 fällt mir der X4 minimal weicher und vor allem torsionsflexibler auf – der Schuh verwindet sich also leichter, wenn er auf unebenem Fels oder Wurzelwerk landet, statt meinen Fuß seitlich abzukippen.

Genau das macht sich in der Praxis bezahlt: Auf blockigem, technischem Untergrund passt sich die Plattform dem Gelände an, statt dagegen zu arbeiten, während die Carbonplatten weiterhin zuverlässig vor Steinschlägen schützen. Bergauf bleibt die Federung angenehm unaufdringlich und belastet die Wadenmuskulatur nicht unnötig – ein Punkt, an dem steifere Carbonschuhe für mich regelmäßig scheitern. Auf schnellerem, glattem Trail liefert der Schuh solide Energierückgabe, wirkt dabei aber nicht ganz so spritzig-aggressiv wie einige direkte Rivalen. Der Grip der Vibram-Megagrip-Außensohle bewegt sich auf gewohnt hohem Niveau: sehr sicher auf Fels und Hardpack, bei tiefem Schlamm dagegen eher durchschnittlich.

„Der Hoka Tecton X4 ist ein außergewöhnlich vielseitiger und dabei bemerkenswert leichter Carbon-Trailschuh, der technisches Terrain ebenso souverän meistert wie lange, schnelle Distanzen – auch wenn er nicht mehr ganz die Innovationssprünge seines Vorgängers bietet."

Vorteile und Nachteile im Überblick

Vorteile (Pro)Nachteile (Contra)
Hohe Vielseitigkeit auf technischem und laufbarem TerrainHoher Preis von 250 €
Sehr geringes Gewicht für Stapelhöhe und PlattenkonstruktionWirkt gegenüber dem X3 eher wie eine Detailverbesserung als eine echte Neuerung
Torsionsflexibel und dadurch angenehm auf unebenem UntergrundGriffigkeit im Schlamm nur durchschnittlich
Zuverlässiger Steinschutz durch die zwei CarbonplattenKeine Lace-Garage zur Verstauung überschüssiger Schnürsenkel
Neues Obermaterial nimmt deutlich weniger Wasser auf als beim X3 
Sehr gute Passform mit Platz für Zehenspreizung 

Fazit: Evolution statt Revolution

Der Hoka Tecton X4 (*Werbung: hier zu kaufen bei Bergfreunde) ist für mich kein radikaler Neuanfang, sondern die konsequente Weiterentwicklung eines bereits ausgereiften Konzepts. Wer mit dem Tecton X3 zufrieden war, muss nicht zwingend upgraden – wer aber einen neuen, vielseitigen Carbon-Trailschuh für lange, technische Ultras sucht, bekommt mit dem X4 ein rundum stimmiges Gesamtpaket aus Leichtigkeit, Stabilität und Steinschutz. Besonders die verbesserte Torsionsflexibilität und das schnelltrocknende Obermaterial machen sich auf langen Distanzen und bei Bachdurchquerungen bezahlt. Wer dagegen auf der Suche nach dem nächsten großen Innovationssprung ist, wird beim X4 eher eine Bestätigung als eine Überraschung finden.

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