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Anzeige / Werbehinweis: Der Startplatz für diese Event wurde kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies hat keinen Einfluss auf den Bericht und es wurden keine Vorgaben zum Inhalt gemacht.

Gletscher Trailrun im Ötztal – technische Trails, beeindruckende Gletscherlandschaft und ganz viel Herzblut

Der Gletscher Trailrun in Obergurgl im Ötztal gehört definitiv zu den besonderen Trailrunning-Events in den Alpen. Vom 17. bis 19. Juli 2026 verwandelte sich das Tiroler Bergdorf in einen Treffpunkt für Trailrunner aus verschiedenen Ländern. Zur Auswahl standen mehrere Distanzen vom Kinderlauf über 14 und 26 Kilometer bis hin zu den beiden langen Strecken über 42 und 62 Kilometer. Insgesamt waren über 1.000 Läuferinnen und Läufer am Start, knapp 200 davon auf der 42-Kilometer-Strecke mit 2.800 Höhenmetern, für die auch ich mich entschieden hatte.

Einerseits war Obergurgl mit seiner beeindruckenden Gletscherkulisse schon immer ein Ort, der mich fasziniert hat, andererseits reizte mich besonders der technische Charakter der Strecke. Kaum Forststraßen, dafür anspruchsvolle Trails, alpine Landschaft und viele Höhenmeter – genau das, was ich an Trailrennen liebe. Gleichzeitig war der Gletscher Trail für mich ein perfektes Trainingsrennen für eine längere Herausforderung im Sommer.

Was dieses Rennen besonders macht, ist nicht nur die Landschaft, sondern vor allem die Atmosphäre. Man spürt überall, wie viel Leidenschaft und Herzblut die Veranstalter und Helfer in dieses Event stecken. Die Organisation, der wahnsinnig professionelle Livestream, die Stimmung an der Strecke und die vielen kleinen Details machen den Gletscher Trail zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Vor dem Start

Die Kommunikation des Veranstalters im Vorfeld war hervorragend. Alle wichtigen Informationen wurden rechtzeitig zur Verfügung gestellt, sodass man sich optimal vorbereiten konnte. Auch die Anmeldung und die Abholung der Startunterlagen liefen unkompliziert und schnell ab.

Bereits vor dem Rennen gab es einige besondere Programmpunkte. Am Donnerstagabend fand im Eventgebäude Gurgl Carat eine Vorstellung des Films „Via Alpina“ von Susann Lehmann statt. Auch die Vorstellung der Top-Athleten am Freitag sorgte für eine besondere Vorfreude auf das Rennwochenende.

Ein Highlight war auch das Race Briefing im Gurgl Carat. Die Location wirkt mit ihrer großen Leinwand fast wie ein kleines Kino und bot den perfekten Rahmen, um die letzten Informationen vor dem Start zu bekommen.

Die Startnummernausgabe war bestens organisiert. Neben der Startnummer erhielt man ein kleines Starterpaket mit verschiedenen Gutscheinen, unter anderem für lokale Restaurants, einen Museumsbesuch sowie eine kostenlose Berg- und Talfahrt mit der Gondel. Auch die Möglichkeit, Dropbags abzugeben, war sehr praktisch.

Die Anreise nach Obergurgl ist unkompliziert möglich, unter anderem auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Vor Ort gibt es zahlreiche gute Unterkünfte, sodass man sich optimal auf das Rennwochenende vorbereiten kann.

Die Pflichtausrüstung war für ein alpines Rennen dieser Kategorie angemessen. Dazu gehörten unter anderem Regenjacke, Erste-Hilfe-Set, Trinkbecher, Handschuhe, Mütze sowie entsprechende Kleidung für die Bedingungen in großer Höhe. Gerade bei einem Rennen, das bis auf über 3.000 Meter führt, sollte man die alpine Umgebung nicht unterschätzen.

Vor dem Start war ich durchaus nervös. Ich wusste, dass die 42 Kilometer mit 2.800 Höhenmetern für mich ein langes Rennen werden würden und dass die Höhe eine große Rolle spielt. Zusätzlich war das Wetter nicht ganz vorhersehbar: Für den Nachmittag waren Gewitter gemeldet, und aufgrund der wechselhaften Bedingungen war zunächst nicht klar, ob die Strecke vollständig gelaufen werden konnte.

Am Morgen zeigte sich das Wetter dann stark bewölkt. Während des Rennens gab es immer wieder kurze Regenschauer, aber am Nachmittag kam sogar die Sonne heraus und die komplette Strecke konnte wie geplant absolviert werden.

Auf der Strecke

Nach dem Start ging es zunächst nur wenige hundert Meter flach dahin, bevor direkt der erste lange Anstieg begann. Ich fühlte mich gut und entschied mich, relativ schnell ins Rennen zu starten. Trotzdem merkte ich bereits nach wenigen Höhenmetern, dass die Höhe spürbar ist.

Die Strecke führte zunächst über abwechslungsreiche, technische Trails. Nach etwa 700 Höhenmetern wurde es etwas flowiger mit kurzen Auf- und Abwärtspassagen, bevor der große Anstieg Richtung Ramolhaus wartete. Der höchste Punkt des Rennens lag dort auf rund 3.000 Metern Höhe bei ungefähr Kilometer 12. Schon dieser Abschnitt zeigte eindrucksvoll, warum der Gletscher Trail seinen Namen verdient: Die Kombination aus alpiner Landschaft, Gletschern, Blumenwiesen und vielen Schafen entlang der Strecke war einfach beeindruckend.

Nach dem Ramolhaus folgte für mich der schönste Abschnitt des Rennens: Der technische Downhill hinunter und anschließend über die beeindruckende Picard-Brücke durch das felsige Gelände war ein echtes Highlight. Gleichzeitig war dieser Abschnitt auch einer der anspruchsvollsten Teile der Strecke. Konzentration und sichere Schritte waren hier definitiv gefragt – besonders bei den feuchten Bedingungen.

Danach wurde die Strecke etwas flowiger und führte über abwechslungsreiche Trails weiter. Es folgten immer wieder kurze Auf- und Abwärtspassagen, bevor es in ein langes Tal hinein- und anschließend wieder technisch bergauf Richtung Hornmuthalm ging.

Genau in diesem Abschnitt zwischen der Schönwieshütte und der Hornmuthalm hatte ich meinen schwierigsten Moment im Rennen. Ich bekam Probleme mit meiner Verpflegung und starke Kopfschmerzen, wodurch der Anstieg mental und körperlich sehr fordernd wurde. In diesem Moment half es enorm, immer wieder den Blick nach oben schweifen zu lassen. Die gewaltige Gletscherlandschaft, die Blumenwiesen und die vielen Schafe entlang der Strecke haben mich mental weitergetragen und daran erinnert, warum ich überhaupt hier am Start stand.

Insgesamt besteht der Gletscher Trail fast ausschließlich aus richtigen Trails – lange Forststraßenpassagen sucht man vergeblich. Genau das macht den Charakter dieses Rennens aus, fordert aber auch einiges an Energie und Konzentration.

Die letzten sieben Kilometer hatten es dann nochmals in sich. Es ging immer wieder leicht bergauf und bergab, sodass man sich seine Kräfte gut einteilen musste. Taktisches Laufen war hier entscheidend, um noch genügend Energie für das Finish zu haben.

Die sechs Verpflegungsstationen waren ausreichend vorhanden und wurden von unglaublich motivierten Helferinnen und Helfern betreut. Die Auswahl war eher klassisch gehalten: Obst, Salzbrezeln, Kuchen, Iso-Getränke und an einer Station am Ramolhaus sogar warme Brühe – was bei den Bedingungen besonders gutgetan hat. Gels oder spezielle Energieprodukte gab es nicht, daher ist es sinnvoll, eigene Energieversorgung mitzunehmen.

Was die Stimmung betrifft, war der Gletscher Trail außergewöhnlich familiär, aber dennoch wahnsinnig professionell. Die Helfer feuerten die Läufer an, unterstützten bei Problemen und sorgten überall für eine positive Atmosphäre. Auch unter den Teilnehmenden entstand ein schönes Miteinander: Man lief teilweise gemeinsam und unterstützte sich gegenseitig.

Im Ziel

Der Zieleinlauf war ein Erlebnis für sich. Bereits auf den letzten Kilometern fühlte ich mich wieder richtig gut und wusste, dass ich das Rennen erfolgreich zu Ende bringen würde. Die letzten Meter konnte ich dadurch richtig genießen.

Besonders beeindruckend ist der Livestream des Events: Überall auf der Strecke sind Kameraleute und Drohnen unterwegs. Kurz vor dem Ziel werden einige Läufer sogar von einem Motorrad verfolgt und gefilmt, damit der Zieleinlauf professionell eingefangen wird. Im Ziel wartet bereits ein Moderator, der die Läuferinnen und Läufer persönlich ankündigt – ein Detail, das für eine besondere Atmosphäre sorgt.

Ich durfte mich am Ende sogar über den Gesamtsieg bei den Frauen freuen und belegte mit einer Zeit von 6:18 Stunden einen Platz in den Top Ten des Gesamtfeldes. Meine Zeit war für mich zunächst nicht ganz das, was ich mir erhofft hatte, aber die Freude über das Erlebnis und den Rennverlauf überwog deutlich.

Die Zielzone war super organisiert: Zuschauer, Musik, Moderation und eine gute Zielverpflegung sorgten für einen gelungenen Abschluss. Nach dem Rennen standen im Edelweiss Hotel sehr gute Duschen und Umkleidemöglichkeiten zur Verfügung.

Auch die Siegerehrung war etwas Besonderes und fand ebenfalls im Gurgl Carat statt. Neben der Ehrung aller Altersklassen gab es Preisgeld und schöne Finisher-Präsente. Ich durfte mich über 250 Euro Preisgeld, eine Trinkflasche, einen Pokal und eine Holzmedaille freuen. Besonders schön fand ich, dass der Pokal von einer Behindertenwerkstatt hergestellt wurde.

Ein weiteres Highlight war das bereits fertig zusammengeschnittene Highlight-Video des Renntages, das direkt während der Siegerehrung im Gurgl Carat gezeigt wurde – so etwas hatte ich bisher bei keinem anderen Rennen erlebt.

Fazit

Der Gletscher Trail im Ötztal ist ein Rennen, das ich jedem ambitionierten Trailrunner empfehlen kann, der technische Trails, alpine Herausforderungen und beeindruckende Landschaften sucht. Die Strecke geht definitiv in Richtung Skyrunning und verlangt neben Ausdauer auch Trittsicherheit und Konzentration.

Besonders gefallen haben mir die Kombination aus anspruchsvoller Strecke, unglaublicher Bergkulisse und der liebevollen Organisation. Das Rennen fühlt sich trotz seiner Größe sehr familiär an.

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Mehr Informationen

Meine Tipps für Teilnehmende

  • Schuhwerk: Ein wirklich gutes Paar Trailrunning-Schuhe mit ausreichend Profil ist Pflicht.

  • Stöcke: Aufgrund der vielen steilen Anstiege und technischen Passagen können Stöcke sehr hilfreich sein.

  • Eigenverpflegung: Man sollte eine eigene Energieversorgung (z. B. Gels) einplanen, da die Verpflegung an den Stationen klassisch gehalten ist.

Der Gletscher Trail lässt sich für mich in drei Worten zusammenfassen: wunderschön, technisch und sehr liebevoll.

Ich werde definitiv wiederkommen! 🙂

eure Vroni
Trailrunning24 Trailcompany

Quellenangaben und Querverweise:
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