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Anzeige / Werbehinweis: Der Startplatz für diese Event wurde kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies hat keinen Einfluss auf den Bericht und es wurden keine Vorgaben zum Inhalt gemacht.

Stubai Ultratrail 2026: 57 km und 4.200 Höhenmeter pure Trail-Leidenschaft

Das Stubaital liegt südlich von Innsbruck und lockt mit seinen atemberaubenden Trails und Gipfeln jährlich hunderte begeisterte Trailrunner Anfang Juli nach Neustift. Ich wollte 2024 eigentlich die alte Strecke des Stubai Ultratrail absolvieren. Damals war der Start noch in Innsbruck und das Ziel auf dem Stubai Gletscher. Wegen eines Leistenbruches musste ich aber kurzfristig absagen. Anschließend wurde das Programm geändert und die Strecke von Innsbruck bis auf den Stubai Gletscher gibt es heute nicht mehr. Was im Nachhinein aber auch nicht schlecht ist, da die neuen Trails nahezu perfekt sind.

Vor dem Start: Anreise-Tipps und Logistik im Tal

Meine Anreise erfolgte mit dem Auto, das Stubaital ist über Innsbruck und die Brennerautobahn sehr gut zu erreichen. Aber auch mit der Bahn ist es möglich: Ab Innsbruck Hauptbahnhof kann man mit der Stubaitalbahn bis nach Fulpmes Bahnhof fahren, von dort aus geht es mit dem Bus weiter nach Neustift. Für Gäste des Stubaitals ist die Fahrt ab Innsbruck kostenlos – hier gibt es vorab einen Gutschein des Beherbergungsbetriebs bzw. des Tourismusverbandes. Mit der Stubaier Gästekarte können zudem alle Bergbahnen in Neustift und den umgebenden Orten kostenlos benutzt werden. Diese Möglichkeit habe ich genutzt, um mir vorab einen Teil der Strecke anzuschauen.

In Neustift ist alles zentral auf dem Dorfplatz und gut zu finden: Start, Ziel, die Anmeldung, das Merchandising, die Bühne und die Expo. In direkter Nähe zur Bühne befinden sich mehrere Restaurants – das Ambiente ist perfekt für die Siegerehrung und das Abendprogramm mit Livemusik. Im Startbeutel war ein Gutschein in Höhe von 10 €, der in allen Restaurants und Bars eingelöst werden konnte.

Erstmals wurde bei der Anmeldung und Startnummernausgabe auch die Pflichtausrüstung gecheckt, sodass vor dem Rennen keine Prüfung mehr nötig war. Das war einerseits ein Vorteil für den Start am frühen Samstagmorgen. Andererseits gab es am Freitag permanent eine längere Schlange vor der Anmeldung und dem Check. Die mittlere Wartezeit betrug ca. 30 Minuten. Ich hatte Glück, war direkt nach dem Start des Sunnenseit’n Trails dort und habe nur 20 Minuten gewartet. Hier gäbe es also noch etwas Verbesserungspotenzial.

Auf der Strecke: Steile Rampen, Traum-Panoramen und brennende Muskeln

Meine Distanz, der Stubai Ultra, startete am Samstagmorgen um 06:30 Uhr. Erst ging es ca. 2 km das Tal hinaus mit traumhafter Aussicht auf den Stubaier Gletscher, hier konnte sich das Teilnehmerfeld etwas auseinanderziehen. Dann ging es direkt ab in den Wald den ersten Anstieg hoch, dieser hatte es mit 1.297 Höhenmetern direkt in sich. In steilen Rampen ging es den Berg hinauf, alles über wunderschöne Trails mit einem nur geringen Anteil an Forstwegen. Die erste Verpflegungsstation (VP) war auf Höhe der Baumgrenze. Die Aussicht war grandios, aber ab da brannte dann auch die Sonne schon ordentlich auf die Trails. Es ging weiter sehr steil bergauf, ehe wir etwas unterhalb des Gipfels am Bergkamm entlangliefen. Anschließend ging es ebenso steil wieder nach unten ins Tal – ein sehr technischer und steiler Downhill. Gleich zu Beginn des Rennens eine echte Härteprüfung für die Knie und die Oberschenkelmuskulatur! Hier muss man aufpassen, nicht am ersten Berg direkt alle Körner zu verschleudern.

Vor dem zweiten Anstieg gab es eine VP, an der man sich noch mal gut verpflegen konnte, bevor es dann wieder hinaufging. Erst führte der Weg wieder durch den Wald über weiterhin wunderschöne Trails und ebenso steile Rampen wie beim ersten Anstieg bis nach ganz oben zur Starkenburger Hütte auf 2.210 m. Hier hatten wir erst 20 km zurückgelegt, aber bereits 2.450 Höhenmeter absolviert! Ab dort ging es weiter, teilweise durch Lawinengitter und dann über einen sensationell schönen Höhenweg mit superschöner Aussicht über das ganze Stubaital. Das war der schönste Teil der Strecke, an dem wohl auch alle Werbevideos und Bilder gemacht wurden.

Nach dem Höhenweg folgte ein längerer Downhill, der aber sehr gut laufbar war. Er führte durch das Skigebiet Schlick 2000 runter bis zur VP an der Galtalm. Ein meist ca. 1 m hergerichteter Splittweg, der nicht so steil war, da er entlang einer Kugelbahn, einem Rutschenweg und dem Baumhausweg verlief. Auf dem Weg waren viele Kinder und Familien unterwegs, die alle ordentlich anfeuerten und sehr rücksichtsvoll waren. Mit dieser extra Portion Motivation ging es weiter über die VP Nr. 5 runter ins Tal zurück Richtung Neustift. Dieser Abschnitt diente wohl eher als Verbindung der Trails, wir liefen daher über Forstwege, Asphaltstraßen und durch Wohngebiete. Leider sind wir nicht über die schöne Hängebrücke gelaufen, mit der ordentlich geworben wird, sondern etwas unterhalb dieser. Das war aber den verschiedenen Distanzen geschuldet, da gleichzeitig auch der Stubai Classic und der Stubai Express liefen. Das dortige Starterfeld lief in entgegengesetzte Richtung über die Brücke und traf dahinter auf unsere Strecke.

Zurück in Neustift hörte man bereits den Stadionsprecher, der den Sieger unserer Distanz ins Ziel schrie. Wir aber mussten noch einmal einen letzten Anstieg und einen langen Downhill absolvieren. Das erforderte mental und physisch noch mal alles. Nach einer VP in Neustift waren noch einmal 1.350 Höhenmeter zu bewältigen, aber wieder über sehr schöne Trails und durch eine wunderschöne Landschaft. Oben auf dem Grat warteten ein paar Bergschafe und Bergziegen auf uns, die uns mit ihren Glocken begrüßten. Danach ging es wieder in einen sehr technischen und anspruchsvollen Downhill, ehe wir im Pinnistal ankamen. Von hier aus ging es über Forstwege zurück ins Ziel – erst angenehm etwas leicht abschüssig und dann doch wieder mit steilen Rampen.

Im Ziel: Die Belohnung und das Fazit nach dem harten Kampf

Die letzten 2 km zurück ins Ziel führten über eine Asphaltstraße, die sich in der Hitze extrem aufgeheizt hatte. Das forderte noch mal alles, sowohl mental als auch körperlich. Dann ging es ins Ortszentrum nach Neustift. Über eine Bachquerung erreichte ich das Zentrum, wo viele Zuschauer warteten, die einen herzlichst anfeuerten und ins Ziel trugen.

Beim Ankommen im Ziel gab es die verdiente Medaille, aber auch die Erkenntnis, dass ich es nicht unter 10 Stunden geschafft habe. Zielzeit: 10:14 Stunden! Nach dem Rennen gab es in der Food Area Kaiserschmarrn, Cola, stilles Wasser und die üblichen Sachen wie an den VPs (Melone, Banane usw.). Ich vermisse bei diesen Veranstaltungen im Ziel immer kaltes Mineralwasser sowie ein paar Sitzgelegenheiten für die Teilnehmer, wo man sich mal ein paar Minuten ausruhen kann. Dies bestätigten mir auch die anderen Teilnehmer, mit denen ich gesprochen habe.

Die gesamte Strecke war sehr gut markiert und ausgeschildert. An schwierigen Punkten standen Bergführer oder Streckenposten. Allerdings gab es auch Wegekreuzungen mit den anderen Distanzen. Hier war die Beschilderung nicht immer eindeutig, was zwischendurch zur Verwirrung führte. Nach dem Zieleinlauf gab es die obligatorische Siegerehrung und im Anschluss Livemusik – ein super Ambiente, um den großartigen Tag und die erlebten Emotionen auf den Trails noch einmal Revue passieren zu lassen.

Fazit: Ein grandioses Event mit Wiederholungsbedarf

Sehr positiv ist auch, dass eine Anmeldung für den Stubai Ultratrail in allen Distanzen noch kurzfristig möglich war. Ich habe mit mehreren Teilnehmern gesprochen, die sich erst in der Rennwoche angemeldet haben und sich darüber gefreut haben, dass es noch Rennen gibt, bei denen man sich so spontan registrieren kann.

Alles in allem bin ich begeistert von dem Stubai Ultratrail, daher werde ich höchstwahrscheinlich im nächsten Jahr hier wieder an der Startlinie stehen.

Bis zum nächsten Trail-Abenteuer! 

euer Jan
Trailrunning24 – TrailCompany

Quellenangaben und Querverweise:
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