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Anzeige / Werbehinweis: Dieses Produkt wurde vom Hersteller für diesen Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies hat keinen Einfluss auf das Testergebnis und es wurden keine Vorgaben zum Inhalt gemacht.

361° Futura 3 im Test

Während andere Markennamen in der Trailrunning-Szene längst längst als Urgesteine etabliert sind, fliegt der chinesische Hersteller 361° hierzulande noch etwas unter dem Radar. Dabei zählt die Marke in Asien bereits seit vielen Jahren zu den großen Akteuren im Laufsport. Der ungewöhnliche Markenname steht für die Idee, immer einen Schritt weiterzugehen als die üblichen 360 Grad – also sprichwörtlich ein Grad mehr Einsatz, Innovation und Leistung zu liefern als die Konkurrenz.

Mit dem Futura 3 schickt 361° einen stark gedämpften Trailrunningschuh ins Rennen, der vor allem auf langen Distanzen und anspruchsvollen Untergründen überzeugen soll. Die Zielgruppe sind Trailrunnerinnen und Trailrunner, die Komfort, Grip und Sicherheit für lange Trailabenteuer suchen.

Der Hersteller beschreibt den Schuh selbst folgendermaßen:

„Der 361° Futura 3 wurde für überragende Traktion, verbesserten Komfort und langlebige Leichtigkeit entwickelt und ist damit die ultimative Wahl für anspruchsvolles Gelände. Dieser Schuh wurde für Läuferinnen und Läufer konzipiert, die auf jedem Trail volles Vertrauen erwarten – leicht, stabil, komfortabel und bereit für jede Herausforderung.“

Die Daten

Der erste Eindruck

Optisch macht der 361° Futura 3 auf Anhieb einen gelungenen Eindruck. Die moderne Linienführung und die Farbgebung wirken stimmig und verleihen dem Schuh einen durchaus stylischen Look. Auch wenn die Optik natürlich immer Geschmackssache bleibt und es bei den Trailschuhen natürlich auf die inneren Werte ankommt 🙂

Auffällig sind vor allem das 3D-gedruckte Vorfußdesign sowie die verstärkte Fersenkonstruktion. Laut 361° sollen diese Elemente für eine erhöhte Stoßfestigkeit sorgen und gleichzeitig den Schutz der Zehen verbessern. Ergänzt wird das Konzept durch Mittelfuß-Zugbänder und eine verflochtene Obermaterialstruktur, die eine optimale Passform sowie zusätzlichen Halt und Stabilität im Gelände gewährleisten sollen.

Für die Dämpfung setzt 361° auf den hauseigenen QU!K FOAM. Der Schaumstoff verspricht eine Kombination aus hoher Elastizität, guter Energierückgabe und struktureller Stabilität. Gleichzeitig hebt der Hersteller die umweltfreundlichen Eigenschaften des Materials hervor.

Besondere Aufmerksamkeit verdient jedoch die Außensohle. Beim Futura 3 kommt die neue Apex-Grip-Technologie zum Einsatz. Laut Hersteller soll die eigens entwickelte Gummimischung die Traktion auf nassen Oberflächen um rund 40 Prozent verbessern, ohne dabei Kompromisse bei Abriebfestigkeit oder Haltbarkeit einzugehen. Das soll für mehr Sicherheit und Kontrolle sorgen. Und zwar unabhängig davon, ob man auf feuchten Wurzeln, Steinen oder matschigen Trails unterwegs ist.

Steile Ansagen von 361, sollten sich diese vollmundigen Versprechen in der Praxis beweisen, dann würde der Futura seinem Namen ja alle Ehre machen. Wir werden sehen, ob dem so ist…

Auf dem Trail

Bereits nach den ersten Kilometern wird deutlich, dass der 361° Futura 3 kein Leichtgewicht ist. Mit 360 Gramm in Größe 45 bewegt er sich klar in der Kategorie der komfortorientierten Langstreckenschuhe. Das überrascht angesichts der üppigen Dämpfung und der hohen Sohlenkonstruktion allerdings kaum.

Die Passform richtet sich erkennbar an Läuferinnen und Läufer mit etwas breiteren Füßen. Die großzügige Zehenbox bietet viel Platz für die Zehen und sorgt insbesondere auf langen Distanzen für hohen Komfort. Insgesamt gefällt mir die Passform ausgesprochen gut. Der Schuh umschließt den Fuß sicher und gleichmäßig, ohne einzuengen. Besonders der Fersenhalt ist hervorragend gelungen.

Auch die klassische Schnürung verrichtet zuverlässig ihren Dienst. Positiv hervorzuheben ist die angenehm dick gepolsterte Zunge. Gerade Läuferinnen und Läufer mit schmalem Spann, die ihre Schuhe gerne etwas fester schnüren, werden das zu schätzen wissen. Es gibt kaum etwas Nervigeres als Schnürsenkel, die unangenehm auf den Fußrücken drücken oder einschneiden. Dieses Problem tritt beim Futura 3 überhaupt nicht auf.

Mit seiner Stack Height von rund 35,5 Millimetern an der Ferse steht man allerdings relativ hoch im Schuh. Das bringt einerseits viel Komfort mit sich, hat andererseits aber auch Auswirkungen auf ein weniger bodennahes Laufgefühl.

Besonders positiv überrascht hat mich die Apex-Grip-Sohle. Sie arbeitet im Gelände ausgezeichnet und vermittelt selbst auf nassen Untergründen ein hohes Maß an Sicherheit. Auch wenn man im Downhill das Tempo erhöht, graben sich die Stollen verlässlich in den Untergrund und sorgen eine tolle Traktion. Sollte sich die Sohle über mehrere hundert Kilometer hinweg als ebenso langlebig erweisen, wie sie im Neuzustand performt, könnte Apex Grip durchaus zu einer ernsthaften Alternative für die etablierten Sohlenhersteller werden.

Die dicke Zwischensohle sorgt für ein sehr komfortables Laufgefühl und macht den Futura 3 insbesondere für schwerere Läuferinnen und Läufer sowie für lange Ultra-Distanzen interessant. Die Dämpfung schluckt Unebenheiten effektiv und ermöglicht auch nach vielen Kilometern ein angenehmes Laufgefühl.

Persönlich habe ich jedoch das Gefühl, etwas zu hoch über dem Untergrund zu stehen. Vor allem in technischem Gelände, auf engen Serpentinen oder schnellen Richtungswechseln vermittelt mir die hohe Bauweise teilweise ein leicht kippeliges Gefühl. Natürlich ist das ein klassischer Zielkonflikt: Ein stark gedämpfter Langstreckenschuh wird nie die Direktheit, Präzision und Dynamik eines flacheren Trailracers bieten. Dennoch habe ich den Eindruck, dass einige andere Hersteller diesen Spagat zwischen Dämpfung und Stabilität bei ihren Ultra-Schuhen etwas besser lösen.

Deshalb bin ich mir nicht sicher, ob der Futura 3 für mich persönlich die erste Wahl im anspruchsvollen alpinen Gelände wäre. Auf Forstwegen, Schotterpisten, flowigen Trails und weniger technischem Terrain fühlt sich der Schuh dagegen ausgesprochen wohl. Hier spielt auch die leicht geschwungene Rocker-Konstruktion ihre Stärken aus. Der Schuh rollt sehr angenehm ab und sorgt für einen gleichmäßigen, effizienten Laufrhythmus.

Dass die Dynamik bei einem Gewicht von 360 Gramm pro Schuh nicht überragend ausfällt, ist selbstredend. Der Futura 3 wurde schließlich nicht für deine Segmentjagd oder das  nächste Skyrace entwickelt, sondern als komfortabler Begleiter für lange Trainingseinheiten und ausgedehnte Ultras.

Weitestgehend positiv gelöst ist auch die Balance zwischen Komfort und Halt im Vorfußbereich. Trotz der großzügigen Zehenbox rutscht man in den Downhills in nicht nach vorne und stößt nicht mit den Zehen an – ein Problem, das bei vielen breit geschnittenen Trailrunning-Schuhen vorkommt. Hier hat 361° einen guten Kompromiss gefunden: viel Bewegungsfreiheit für die Zehen bei gleichzeitig sicherem Sitz. Hier möchte ich nach meinem letzten Testlauf noch ergänzen, dass dieser Pluspunkt nur greift, wenn die Schnürung auch wirklich straff sitzt, da es mir ansonsten in sehr steilem Gelände passiert ist, dass die Zehen vorne angestoßen sind, als die Schnürung etwas lockerer war.

Bei vielen Pluspunkten muss ich sagen, dass der Funke beim Futura 3 für mich persönlich noch nicht vollständig übergesprungen ist. Der Schuh vermittelt mir etwas zu wenig Laufdynamik und Fahrspaß, zudem fühle ich mich auf der hohen Plattform in technischem Gelände nicht immer vollkommen wohl. Das ist sicherlich auch eine Frage der persönlichen Vorlieben und andere Testerinnen und Tester werden das möglicherweise ganz anders bewerten. Für mein individuelles Laufgefühl bleibt hier jedoch ein kleiner Vorbehalt.

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Fazit

Der 361° Futura 3 ist ein klassischer Komfort-Trailrunner für lange Distanzen. Seine Stärken liegen klar in der üppigen Dämpfung, der gelungenen Passform (breite Zehenbox), dem hohen Tragekomfort und der überzeugenden Apex-Grip-Sohle. Vor allem auf Forstwegen, flowigen Trails und moderat technischem Terrain spielt der Schuh seine Qualitäten aus. Hier läuft er sich angenehm, komfortabel und vermittelt viel Sicherheit – auch bei nassen Bedingungen.

Weniger überzeugt hat mich dagegen das Laufgefühl in technisch anspruchsvollem Gelände. Die hohe Bauweise sorgt zwar für viel Komfort, vermittelt mir persönlich aber nicht die Stabilität und Präzision, die ich mir auf verblockten Trails, engen Serpentinen oder schnellen Richtungswechseln wünsche. Hier wirkt der Schuh teilweise etwas kippelig und kann nicht ganz mit den besten Vertretern seiner Klasse mithalten.

Wer einen dynamischen Trailracer oder einen präzisen Schuh für alpines Gelände sucht, wird vermutlich bei anderen Modellen glücklicher. Wer hingegen einen komfortablen Begleiter für lange Trainingseinheiten, Ultras oder ausgedehnte Tage auf gut laufbaren Trails sucht, findet im Futura 3 einen gelungenen und preislich attraktiven Partner.

Unterm Strich macht der 361° Futura 3 vieles richtig und bietet ein starkes Gesamtpaket für die Langstrecke. Auch wenn mir etwas das Vertrauen im technischen Gelände fehlt, so erfüllt er seine Kernaufgabe als komfortabler Ultra- und Langstreckenschuh recht überzeugend.

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