Einmal zum Mount Everest und zurück – am Eckbauer
Einmal im Leben die Höhenmeter des höchsten Berges der Welt erklimmen – das war das Ziel beim ersten GaPa Everesting-Festival am 8. und 9. Mai in Garmisch-Partenkirchen. Das Konzept: Hoch zu Fuß, bergab mit der Gondel, und das Ganze 18-mal hintereinander.
Knapp 300 Bergsportbegeisterte aus acht Nationen verwandelten den Eckbauer bei strahlendem Sonnenschein in ein Epizentrum der Ausdauer. In der Solo-Kategorie stellten sich 167 Teilnehmer der Herausforderung, die 8.848 Höhenmeter im Alleingang zu bewältigen. Die Erfolgsquote war beeindruckend: Ganze 130 von ihnen finishten das volle Everesting. Daneben sorgten 24 Zweier-Staffeln und 12 Dreier-Teams für ordentlich Stimmung am Berg.
Perfektes Setup: Expo und Logistik
Rund um das sportliche Geschehen bildete die Expo-Area an der Talstation das pulsierende Herz des Festivals. Hier konnten Teilnehmer und Besucher neuestes Testmaterial führender Marken direkt am Berg ausprobieren. Sonderwertungen wie der Karpos Rampenhero oder die Suunto-Verlosung rundeten das Programm ab.
Besonders clever gelöst: Jeder Teilnehmer hatte zwei Dropbags, die oben an der Bergstation deponiert wurden. Man konnte sie mit in die Gondel nehmen, um sich während der Fahrt umzuziehen oder zu verpflegen, woraufhin sie vom Team wieder nach oben transportiert wurden. Ein logistischer Luxus, der bei so einem Kraftakt Gold wert ist.
Der Rhythmus der ersten Stunden
Um 9:00 Uhr fiel der Startschuss für die erste Welle. Die Entzerrung auf drei Startwellen war eine gute Entscheidung, um Staus an der Gondel zu vermeiden – in meinem Fall hat das perfekt funktioniert.
Die ersten Runden ging ich kontrolliert an. Mein Ziel: Nicht überpacen und einen Rhythmus finden aus dem ständigen Wechsel von Aufstieg, Verpflegung an der Bergstation und der kurzen Regeneration während der Abfahrt. Die Stunden vergingen zügig, die Beine fühlten sich gut an. Doch beim Everesting ist die mentale Achterbahnfahrt vorprogrammiert.




Wenn der Kopf streikt: Krisenmanagement in der Gondel
In Runde 7 oder 8 schlug die Müdigkeit plötzlich unbarmherzig zu. Mein erstes tiefes Loch. Zu diesem Zeitpunkt war die Vorstellung, noch weitere 11 Runden vor mir zu haben, fast erdrückend. Ein Koffeingel und ein kurzer Powernap in der Gondel brachten zum Glück den Fokus zurück.
Meine zweite große Herausforderung wurde die Verpflegung. Irgendwann verweigert der Körper süße Gels und Iso-Drinks. Die Verpflegung am Eckbauer war zum Glück phänomenal. Von frisch gebackenen Waffeln und Maultaschen bis hin zu Nudeln mit Pesto blieb kein Wunsch offen. Mein Rettungsanker waren Gemüsebrühe, Kartoffelsalat und Waffeln, die ich mir jede Runde oben schnappte und in der Gondel genoss.
Die Magie der Gemeinschaft
Was dieses Event jenseits der Zahlen so besonders machte, waren die Begegnungen. In der Gondel und auf der Strecke entstanden Geschichten, die motivierten: Da war Alex aus Bonn, der ohne Trail-Erfahrung, ohne Höhenmeter-Training und ohne Stöcke anreiste – und sein Everesting durchzog. Oder die „Mamas on Trail“, die zwischen den Runden nicht nur den Transponder super clone rolex rolex replica Rolex-Imitationsuhren best replica watches Rolex-Replika-Uhren, sondern auch die Betreuung von Sohn und Hund koordinierten. Es gab Gondelfahrten voller „Trail-Talk“ und solche, in denen wir uns einfach schweigend anschauten, weil alle am Ende waren. Diese geteilte Anstrengung verbindet.
„Mein wichtigster mentaler Trick: Denke in Runden, nicht in Höhenmetern. „Nur noch vier Runden“ klingt machbar. „Noch 2.000 Höhenmeter“ klingt nach einer unbezwingbaren Wand.“
Markus Attenhauser
Endspurt in die Dunkelheit
Vor Runde 13 wechselte ich in ein trockenes Shirt und packte die Stirnlampe ein. Die Dunkelheit legte sich über den Eckbauer und veränderte die Atmosphäre komplett.
Mein wichtigster mentaler Trick: Denke in Runden, nicht in Höhenmetern. „Nur noch vier Runden“ klingt machbar. „Noch 2.000 Höhenmeter“ klingt nach einer unbezwingbaren Wand. In der letzten Runde trug mich der Gedanke, dass ich es definitiv schaffen würde – und dass bald mein Bett auf mich wartete. Tatsächlich lief ich in Runde 18 meine beste Zeit seit Runde 6.





Das Ziel: 17 Stunden Willenskraft
Nach knapp 17 Stunden war es geschafft: Mein erstes Everesting! Überglücklich, vollgepumpt mit Endorphinen und unsagbar müde zog ich mir trockene Klamotten an. Mit einem Becher Chili sin Carne und einem wohlverdienten Bier trat ich die letzte Gondelfahrt an, bedankte mich bei den großartigen Helfern und fiel kurz darauf im Auto in einen tiefen, erschöpften Schlaf.
Ein unvergessliches Wochenende am Berg – die Beine brennen noch, aber das Grinsen bleibt.
„War es anstrengend? Absolut. War es den Schmerz wert? Jede einzelne Sekunde.“
Markus Attenhauser
Mein Fazit: Mehr als nur eine Zahl
Das Everesting am Eckbauer war weit mehr als nur das reine Sammeln von Höhenmetern. Es war eine Reise durch alle emotionalen Facetten: von der anfänglichen Euphorie über die tiefe Erschöpfung in der Nacht bis hin zum unbeschreiblichen Stolz im Ziel.
Was bleibt hängen?
Erstens: Die Erkenntnis, dass der Kopf oft viel mehr kann, als die Beine glauben. Das „Denken in Runden“ war für mich der ultimative Gamechanger. Zweitens: Die Gemeinschaft. Ohne das Team an der Verpflegung, die motivierenden Gespräche in der Gondel und die erstklassige Organisation wäre dieser Erfolg nur halb so viel wert gewesen.
War es anstrengend? Absolut. War es den Schmerz wert? Jede einzelne Sekunde. Wer eine Herausforderung sucht, die physische Grenzen verschiebt und gleichzeitig den Teamgeist der Trail-Community feiert, sollte sich das GaPa Everesting-Festival für das nächste Jahr dick im Kalender markieren. Der Mount Everest mag in Nepal stehen, aber mein persönlicher Gipfelsieg war an diesem Wochenende in Garmisch-Partenkirchen.
Quellenangaben und Querverweise:
- Fotos: Andi Frank und Markus Attenhauser
- Text: Markus Attenhauser
