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COROS APEX 4: „THE ULTIMATE MOUNTAIN SPORTS WATCH BUILT FOR TRAINING, RACING, AND BEATING YOUR PERSONAL BEST.“ Sieht man das Werbevideo, will man direkt neben – oder in meinem Fall weit hinter – Kilian Jornet durch die Berge laufen. Und auch wenn Laufen aktuell wegen einer Verletzung noch nicht geht, konnte ich die APEX auf Ski, in Wanderschuhen und auf dem Rad ausgiebig testen.

Zahlen, Daten, Fakten

Die APEX 4 gibt es in einer 46 mm- und in einer 42 mm-Variante. Für den Test hatte ich das größere Modell am Handgelenk. Ich werde in dem Test nicht auf jeden Basisfaktor eingehen, den man bei Outdoor-Uhren mittlerweile implizit voraussetzt. Vielmehr wird es darum gehen, was die COROS besser und schlechter als die Konkurrenz macht.

Erster Eindruck

COROS liefert die APEX 4 ohne großes Tamtam aus. Die Verpackung und der Inhalt sind auf das Wesentliche reduziert: die Uhr inklusive Silikonarmband, der Ladeadapter inkl. Schlüsselanhänger, der ein USB-C-Kabel zum Laden voraussetzt, sowie die wichtigsten Informationen für den Start.

Die Uhr fühlt sich sehr leicht an, was mich – aus der schweren Fenix-7-Welt kommend – direkt etwas skeptisch gemacht hat. Kein Wunder, denn mit dem von mir zusätzlich erworbenen Nylonarmband, waren es 20 Gramm weniger als das, was ich gewohnt war. 

Der Skeptiker in mir wurde jedoch schnell zum Schweigen gebracht, denn COROS hat konsequent an der Qualität gearbeitet. Titan-Lünette, kratzfestes Saphirglas, die Touch-Funktion arbeitet zuverlässig – und die Kalifornier versprechen Akkulaufzeiten, mit denen man die 330 km des Tor des Géants® laufen kann – zumindest als Sieger 😉.

So die Theorie – jetzt schauen wir auf die Praxis

Display

Bei den farbenfrohen und kontrastreichen AMOLED-Displays neuerer Uhren leuchtet nicht nur das Ziffernblatt, sondern auch die Augen der Sportler. Gerade bei direkter Sonneneinstrahlung ist das Display gut lesbar und gestochen scharf.

COROS setzt hier jedoch weiterhin auf die bewährte MIP-Technologie, was definitiv zugunsten der Akkulaufzeit geht, mit der man laut Hersteller 100 Meilen um den Mont Blanc laufen kann. Das glaube ich COROS definitiv, aber den Herstellerbildern vom Display, die helle Farben und tiefe Schwarztöne versprechen und teilweise so aussehen wie ein AMOLED-Display, sollte man weniger trauen. Dennoch tut das Display, was es soll – und das zu 100 %. Ob man lieber mehr Akkulaufzeit oder eine bessere Optik haben möchte, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Die Oberfläche bleibt durch Saphirglas absolut kratzfrei, und die Titanlünette kann auch einiges einstecken.

Akkulaufzeit

COROS spendiert den beiden APEX-Modellen drei Betriebsmodi für Aktivitäten. Laut Hersteller muss im Endurance-Modus erst nach 65 Stunden nachgeladen werden, beim Modus „Hoch“ begleitet sie uns bis zu 53 Stunden, und bei „Max“ geht das Display nach 41 Stunden aus.

Getestet habe ich die Uhr auf maximaler Stufe und im Endurance-Modus. Vollgeladen und nach 2,5 Stunden Wandern lag der Akku bei 94 % – und nach Adam Riese entspricht das ziemlich genau den Herstellerangaben.

Für den Endurance-Mode-Test musste mein Gravelbike herhalten. Nach fast 5 Stunden Up & Down durch die fränkische Alb stand der Akku noch bei 94 %. Hochgerechnet läge die Akkulaufzeit damit sogar über den Angaben des Herstellers.

GPS & Tracking

Kommen wir direkt zu einer der absoluten Stärken der APEX: GPS & Tracking. Wenn man vor die Tür tritt und die Aktivität auswählt, ist die APEX quasi schon startklar. Stand ich früher mit der Fenix 2 noch fünf Minuten mit erhobener Hand wie die Freiheitsstatue in den Häuserschluchten von Nürnberg, braucht es mit der APEX nur einen Klick GPS ist da und tschüss, Lady Liberty.

Das ist möglich, weil die Uhr fünf verschiedene Satellitensystemen (GPS, GLONASS, Galileo, BeiDou und QZSS) benutzt und in der maximalen Stufe mit einem Dual/Multiband-GNSS-Empfänger arbeitet. Das ist gerade für uns Trailrunner relevant, denn in diesem Modus nutzt die Uhr zwei unterschiedliche Frequenzbänder (L1 & L5), was Positionsfehler reduziert, die Pace stabiler anzeigt und Distanzen exakter berechnet.

Karten & Navigation

Die zweite absolute Stärke sind die Karten. Ich persönlich habe noch keine Uhr mit einer besseren Kartendarstellung gesehen. Das topografische Kartenmaterial wird per App auf die Uhr übertragen. COROS unterteilt die globalen Karten in Quadranten, die einzeln in der App heruntergeladen werden können – was bei Bedarf perfekt funktioniert.

Seid ihr irgendwo unterwegs und habt das Gebiet noch nicht auf der Uhr, ladet einfach die relevanten Kartenkacheln (ca. 120 MB) herunter, übertragt sie auf die Uhr – und fertig. Doch Achtung: Das funktioniert nur, wenn aktuell keine Aktivität läuft. Ergo: Vor der Tour prüfen, ob alles bereits offline verfügbar ist.

Das Kartenmaterial ergänzt COROS mit dem sogenannten „Zero-Lag Mapping“. Das Nachladen der Karten ist nicht wahrnehmbar, die Karte dreht sich in Echtzeit mit dir und dank Höhenlinien sowie Straßen- und Trailnamen behältst du auch in unbekanntem Gelände den Überblick. Selbst auf dem Rad funktioniert die APEX 4 als Navigationsgerät mit Abbiegehinweisen perfekt. Ich bin begeistert.

Bedienbarkeit

Die APEX 4 überzeugt mit hoher Reaktionsgeschwindigkeit und einer intuitiven Menüführung. Das Herzstück der Steuerung ist die Krone oben rechts, die ein verzögerungsfreies und präzises Scrollen ermöglicht. Mit kalten Fingern oder Handschuhen erfordert die Bedienung allerdings etwas Geduld, um ans Ziel zu kommen.

Insgesamt ist das Gesamtkonzept aus Soft- und Hardware sehr durchdacht. Der Touchscreen kann während des Trainings deaktiviert werden, um Fehlauslösungen durch Schweiß oder Regen zu vermeiden. Ich hatte keinerlei Probleme mit den Fehlauslösungen durch Ärmel oder Handschuhe, von denen man oft hört.

Trail-Feature: Effort Pace

Jeder von uns Trailrunnern wirft sicherlich ab und an einen Blick auf seine Graded Adjusted Pace (GAP), die anzeigt, wie schnell der Lauf auf einer flachen Strecke bei gleicher Anstrengung wäre.

COROS bietet in diesem Kontext die sogenannte Effort Pace an. Der entscheidende Unterschied: Die Berechnung ist individuell. Über das EvoLab lernt die Uhr aus unseren Trainingsdaten, wie gut wir persönlich mit Steigungen und Gefälle zurechtkommen, und passt die Effort Pace entsprechend an. Man könnte also von einer individualisierten GAP sprechen, die die persönliche Belastung im Gelände realistisch einschätzt und umso genauer wird, je mehr wir auf den Trails unterwegs sind.

Pulsmessung

Die APEX 4 nutzt einen optischen Herzfrequenzsensor (PPG) am Handgelenk, was mittlerweile zum Standard gehört. Allerdings ist es ebenso typisch, dass die Messung nicht zu 100 % mit der Präzision eines Brustgurts mithalten kann. Dies führt bei schnellen Zonenwechseln oder Intervallabschnitten zu Verzögerungen und ist zudem anfälliger für externe Faktoren wie die Witterung. Beim direkten Vergleich habe ich Abweichungen zwischen 5% – 9% gemessen. 

Warum das Nylonarmband und nicht das Silikonarmband?

Das von Werk ab mitgelieferte Silikonarband wird mit einem kleinem Stift direkt im Armband der Uhr befestigt. Ich hatte schon beim anziehen meines Hoodies das Problem, dass sich die Befestigung aus der vorgesehen Verankerung leicht löste. Zudem blieb ich am selben Tag an meinem Rucksack beim hineingreifen in einer Seitentasche hängen, und mir passierte bedauerlicherweise wieder das gleiche. Da die Befestigungsmöglichkeit meiner Meinung nach hier nicht durchdacht gelöst wurde, habe ich mich selbst dazu entschieden, mir ein Upgrade für die Apex zu gönnen. Und siehe da, dass Problem war auf Anhieb gelöst.

Was noch?

Geladen wird die APEX mit einem kleinen Adapter auf USB-C, der problemlos an jeden Schlüsselbund passt. Dieses minimalistische Konzept gefällt mir persönlich sehr gut: Auf Reisen spart man sich ein zusätzliches Kabel. Außerdem gehe ich davon aus, dass der Kontakt durch den festen Adapter deutlich langlebiger ist und nicht irgendwann ausleiert – wie es bei einem Ladekabel passieren kann.

Zusätzlich bietet COROS das sogenannte Adventure Journal: Hier kannst du Sprachnotizen, GPS-Wegpunkte und Fotos speichern und diese währenddessen oder später in der App mit weiteren Informationen anreichern. Nichts, was man für seine Hausrunden braucht, aber bei längeren Touren, Expeditionen oder beim Scouting für den nächsten Community-Trail kann es durchaus sinnvoll sein, ein Erinnerungsprotokoll zu haben.

Schlaf-, Stress- und Herzfrequenz-Tracking liefern interessante Einblicke in deinen Erholungsstatus und helfen, Trainingsbelastung besser auszubalancieren. Die Uhr empfängt Smartphone-Benachrichtigungen und unterstützt Telefonie über eingebauten Lautsprecher und Mikrofon.

Final noch ein, zwei Worte zur Handy-App von COROS. Die App ist klar strukturiert und somit leicht verständlich. Der Fokus liegt auf den für die jeweiligen Sportarten relevanten Informationen respektive Funktionen. Doch auch Features, die man seltener benötigt, lassen sich intuitiv finden und nutzen. Ich muss sagen, dass die Kalifornier im Vergleich zu ihren Konkurrenten meiner persönlichen Meinung nach einen Laufschritt voraus sind, auch wenn es keine zusätzliche Website gibt.

Pro

Contra

Fazit

Die COROS APEX 4 ist eine echte Ansage für alle Trailrunner, die keine Kompromisse bei GPS-Präzision, Kartenmaterial, Navigation und Akkulaufzeit machen wollen. Besonders das „Zero-Lag Mapping“ und die individualisierte Effort Pace machen sie zu einem präzisen Spiel- ähhh Werkzeug. 

Zwar muss man beim optischen Puls und dem schlichteren Display kleine Abstriche machen, doch die Robustheit und die intuitive App-Anbindung wiegen das locker auf und obendrein kann man ja noch einen Brustgurt tragen.  

Wer eine zuverlässige Partnerin für das nächste Ultra-Abenteuer sucht, findet hier einen beeindruckenden Match und bekommt direkt Lust auf die nächsten Höhenmeter macht!

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