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Am 7. März 2026 hieß es bei bestem Frühlingswetter für rund 268 Athletinnen und Athleten zum siebten Mal: hart, härter, Horn Attacke. Die Eckdaten des Rennens sind nichts für schwache Nerven: Rund 20 Kilometer und 2.000 Höhenmeter führen von Bozen hinauf auf das Rittner Horn – zuerst in Laufschuhen, dann mit Tourenski.

Ob als Einzelathlet, im Zweier- oder Dreierteam – die Stimmung am Start war familiär und entspannt. Wie es mir bei meinem ersten Duathlon erging und welche (schmerzhaften) Erkenntnisse ich gewonnen habe, erfahrt ihr hier.

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Markus am Start in Bozen

Vorbereitung und Logistik: Die Sache mit den Dropbags

Alles begann unkompliziert: Die Startnummernausgabe am Morgen verlief im Nebenraum eines Hotels nahe des Startbereichs schnell und reibungslos. Als Solo-Starter erhielt ich zwei Dropbags: einen für die Wechselzone in Pemmern und einen für das Ziel am Rittner Horn.

Mein Tipp: Packt für das Ziel unbedingt eine warme Jacke und trockene Kleidung ein. Auch der Helm darf nicht fehlen, da in Italien auf Skipisten Helmpflicht herrscht. Meinen Wechselbeutel für Pemmern bestückte ich lediglich mit Skischuhen und einer Flask Iso-Drink. Die Ski selbst wurden ohne Tasche vom Veranstalter transportiert.

Der Start: Steilwand-Feeling nach Oberbozen

Pünktlich um 9:00 Uhr fiel der Startschuss neben dem Mountainspirit-Laden in Bozen. Von der Stadt ging es direkt hinein in den Berg. Der erste Abschnitt hatte es in sich: Auf 6 Kilometern mussten satte 1.000 Höhenmeter überwunden werden, größtenteils steil auf Asphalt.

Schon kurz nach dem Start wechselten fast alle um mich herum in den Speedhiking-Modus. Während mein Puls bereits am Anschlag war, staunte ich nicht schlecht über die Teilnehmer der „Bergsteiger“-Kategorie, die den Anstieg mit Skiern und Skischuhen auf dem Rücken bezwangen. Nach etwa 59 Minuten erreichte ich Oberbozen. Die erste Verpflegungsstation ließ ich rechts liegen, da ich mein eigenes Gel und Wasser dabei hatte.

Flow-Feeling und die Ruhe vor dem Sturm

Der zweite Teil der Laufstrecke (7 km / 300 hm) von Oberbozen nach Pemmern war purer Genuss. Die Landschaft hier oben ist phänomenal! Auf Schotterwegen und breiten Trails lief es sich richtig „flowig“. Ein weiteres Mal staunte ich über die „Bergsteiger“, welche trotz der Skier am Rücken einen guten Laufschritt hatten.  Gelegentlich wurde ich von den schnellen Staffel-Läufern überholt, die 15 Minuten nach uns gestartet waren. Nach insgesamt 1:51 Stunden erreichte ich Pemmern, wo der Wechsel auf die Skier stattfand. Hier erfolgte außerdem der zweite Wechsel der Dreierteams und der Wechsel der Zweierteams.

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Nach den Laufschuhe ging es auf die Tourenski

Vom Laufschuh in die Bindung: Der entscheidende Wechsel

Die Organisation in Pemmern war perfekt. In zwei Reihen standen Skier und Dropbags nach Startnummern sortiert bereit. Ich eilte zu meiner Nummer 3: Laufschuhe aus, Skischuhe an, neue Flask in den Rucksack, Ski geschnappt und ab zur Aufstiegsroute. Mit einer Wechselzeit von 2,5 Minuten war ich eigentlich voll im Soll.

Doch dann kam die Realität des Duathlons. Die letzten 7 Kilometer und 700 Höhenmeter warteten. Auf den ersten 2,5 Kilometern mussten sofort 400 Höhenmeter bewältigt werden – und zu meinem Leidwesen musste ich drei Dinge feststellen:

  • Ich hätte den Wechsel von Laufschuhen auf Skier trainieren sollen.
  • Ich hätte im Training mehr Höhenmeter machen sollen.
  • Meine Skitourenausrüstung inkl. Schuhe ist nicht State-of-the-Art für Skitourenrennen. 😀

Ehrlich gesagt: Ich hatte den Wechsel muskulär kaum verkraftet. Während ich mich den Berg hochquälte, wurde ich von einigen Athleten „eingesammelt“. Erst als es flacher wurde, fand ich meinen Rhythmus wieder und konnte das Tempo der Gruppe halten.

Das Ziel: Glückshormone und Nudeln

Nach 3:21 Stunden war es geschafft: Zielankunft auf dem Rittner Horn! Die Finisher-Medaille fühlte sich nach dem Leiden am Schluss besonders gut an. Oben gab es ein windgeschütztes Zelt zum Umziehen und den ersehnten Dropbag mit trockenen Sachen.

Nach einem kurzen Plausch mit den Helfern folgte die Abfahrt zur Feltuner Hütte. Dort wartete die wohlverdiente Belohnung: Nudeln mit Tomatensoße und ein alkoholfreies Bier. Die Stimmung unter den Sportlern war großartig, bevor es mit den Skiern zurück nach Pemmern und per Shuttle nach Bozen ging.

Die Ergebnisse im Überblick

  • Herren Solo: Andreas Reiterer (2:04 h)

  • Damen Solo: Annelise Felderer (2:33 h)

  • Bergsteiger-Kategorie: Patrick Gross (2:23 h) & Kristel Mottin (3:06 h)

Mein Fazit

Ein riesiges Dankeschön an die Organisatoren und die vielen freiwilligen Helfer, die dieses Event mit so viel Herzblut möglich machen. Auch wenn ich zwischenzeitlich ordentlich leiden musste: Mein erster Ski-Lauf-Duathlon war ein ganz besonderes Erlebnis. Wer mal eine neue sportliche Herausforderung sucht, sollte die Horn Attacke definitiv auf seine Bucket-List setzen!

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