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Abermandl: Laut Wikipedia bezeichnet das Abermandl bizarre, vereiste Fichten am Gipfel des Großen Arbers im Bayerischen Wald, die durch Wind, Schnee und Eis wie menschenähnliche Eisskulpturen wirken – bei denen am letzten Wochenende auf jeden Fall ganz schön was los war, bei der ersten Austragung des Abermandl Skimo. Es galt, in zwei Kategorien („Race“ & „Vertical“) so schnell wie möglich Höhenmeter zu sammeln, um dann schließlich an der Eisensteinerhütte über die Ziellinie zu rennen – ja zu rennen. Warum, lest ihr hier.

Startunterlagen

Die Startnummern konnten kurz vor dem Rennen in der Zeit von 14:00 bis 16:30 Uhr im Gasthaus zur Gondelbahn abgeholt werden. Die Abholung lief reibungslos und obendrein gab es noch ein paar nützliche Dinge wie Stirnband, Buff und etwas für das leibliche Wohl von den Sponsoren. Nach der Abholung blieb dann noch ein bisschen Zeit, um an der Talstation der Gondelbahn seine Sachen fürs Ziel abzugeben und um sich race-ready zu machen.

Rennen

Der Start für beide Kategorien war direkt nach dem Racebriefing um 16:45 Uhr. Mit Pyro-Rauch und Bengalos wurden 119 Starter hinauf Richtung Arbergipfel geschickt. Die Startlinie überquerten Hightech-Rennanzüge auf dünnen Raceski mit großen Ambitionen ebenso wie klassische Tourenski mit großen Rucksäcken. Das Abermandl sollte für Jeden, der Spaß an Skimo hat, sein, und das ist dem Team direkt gelungen.

Die Strecke führte über die nicht beschneite Tourenroute am Osthang 330 Höhenmeter über 1,8 Kilometer hinauf zur Eisensteinerhütte, wo das Ziel der Verticals war. Wir Racer durften noch weiter hinauf zum Gipfel, um dort abzufellen und zum Arber Stadel abzufahren. Dort angekommen, wurde aufgefellt und schon ging es wieder steil nach oben zur Eisensteinerhütte. Im Ziel hatten wir dann ca. 600 Höhenmeter auf 3,9 Kilometern auf der Uhr.

Der Osthang hatte gerade genug Schnee und die kalten Verhältnisse sorgten für eine überfrorene Piste, was bei vereinzelt über 40 Grad Steigung herausfordernd war. Beim nächsten Mal wäre es gut, zumindest Harscheisen dabeizuhaben. Bis auf ein paar kleinere Rutscher ist aber nichts passiert. Auf Höhe der Eisensteinerhütte ging es für die Teilnehmer des Vertical rechts weg ins Ziel und für uns weiter Richtung Gipfel.

Die Stimmung auf der Spitze war unbeschreiblich – Sonnenuntergang am Horizont, das Tal bereits von leichtem Nebel bedeckt, die Abermandl standen in Reih und Glied, und wir konnten uns auf die Abfahrt freuen. Das Pistenteam vom Großen Arber hat extra für uns Schnee bis hierher hoch geschafft, um uns das zu ermöglichen. Vielen Dank!

Die Abfahrt zum Arber Stadel war perfekt markiert und zusätzlich noch mit Streckenposten abgesichert. Die Markierung der Strecke hätte im Gesamten nicht besser sein können. Blaue Pfeile im Schnee wiesen uns den Weg und auf der besagten Abfahrt brannten noch zusätzlich Fackeln und vereinzelt Baustellenlampen.

Nach dem Anfellen am Stadel geht es kurz 10 Meter auf Fellen (auch laufbar) herunter, um danach auf einem Ziehweg zum letzten Anstieg auf der Piste zu kommen. Die letzten Höhenmeter haben noch mal ordentlich Laktat in die Beine befördert oder es waren die Motivationsschreie der Streckenposten ganz oben, die man bereits unten hören konnte.

Bis zur Eisensteinerhütte war es jetzt nur noch ein weiterer Ziehweg auf dem man schon das Ziel vor Augen und den Zielsprecher im Ohr hatte. Mit noch ein bisschen Kraft in den Beinen, konnte man hier noch mal richtig Vollgas geben, denn im Ziel, mit der schönen Holzmedaille um und einem warmen Tee in der Hand, war es letztendlich halb so schlimm.

Verpflegung

Im Ziel an der Eisensteinerhütte gab es süßen Tee aus Granulat,  nachdem man direkt in die Gaststube gehen konnte, um dort à la carte die Speicher aufzufüllen. Ein großes Kompliment an das gesamte Hüttenteam. Essen und Getränke waren lecker und kamen schneller, als der Sieger des Verticals im Ziel war.

Siegerehrung & Abermandl-Gaudi-Party

Die erste Siegerehrung war schon legendär. Am Kamin der vollen Gaststube wurde kurzerhand die Sponsorenwand zusammengeschraubt, während sich die Band, bestehend aus Akkordeon, Tuba und Gitarre, einspielte. Fun Fact: Der Gitarrist hat sein Instrument als Teilnehmer des Race nach oben, zum Arber Stadl und wieder nach oben getragen – Wahnsinn. Zu Beginn der Siegerehrung stimmten die drei Jungs auf ihren Instrumenten dann die inoffizielle Hymne des Bayerischen Waldes an: „Mia san vom Woid dahoam“, und alle haben mitgesungen – oder es zumindest versucht.

André aus dem Organisationsteam moderierte die Ehrungen und die Übergabe der Preise durch Vertreter der Sponsoren, die den ganzen Abend mit uns auf der Hütte verbrachten. Es haben ALLE Starter ins Ziel geschafft und gefühlt saßen auch alle noch beisammen, um dieses schöne Event ausklingen zu lassen.

Fazit

Liebes Team vom Abermandl, bitte organisiert ein zweites Abermandl und behaltet das familiäre Flair und eure Authentizität bei. Bei der Erstaustragung kann nicht alles perfekt laufen, aber ihr wart schon richtig nah dran. Die Strecke war perfekt präpariert und markiert. Das Rennen ist sowohl für ambitionierte als auch für normale Skitourengeher geeignet. Bei der gemeinsamen Hüttengaudi danach spielt die Platzierung eh keine Rolle mehr.

Eure Begleiter können vergünstigt zum Anfeuern und zur Gaudi die Gondel benutzen und wenn ihr es nächstes Jahr, wie auch ich, nicht unter die Top 3 schafft, dann gibt’s da mit etwas Glück einen der vielen Hauptpreise am Glücksrad der Spielbank Bad Kötzting: Eiweißnudeln.

PS: Da war ja noch was mit dem Ins-Ziel-Rennen. Kurz vorm Ziel gilt es noch ein gute 10 Meter Performance auf der Laufbahn zu haben – und zwar in Skischuhen ;-). Warum? Findet es selbst nächstes Jahr heraus, entweder als Zuschauer oder noch besser als Starter beim Abermandl. Wir sehen uns!

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