8. Dezember 2025

Sportpsychologie – Unser Gehirn als Steuerungszentrale und die Möglichkeit der Vorstellungsfähigkeit 

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Unser Gehirn als Steuerungszentrale und die Möglichkeit der Vorstellungsfähigkeit

Wisst ihr weshalb ihr regelmäßig sportlich aktiv seid? Wisst ihr, was eure Beweggründe sind?

Für die meisten von uns ist der Sport eine Gesundheitsförderung, für die nächsten steht der Spaß im Fokus und dann gibt es noch solche unter uns, welche die Leistungssteigerung und den Wettkampf lieben.

Wenn ihr überlegt und wir alle Antworten zusammenlegen würden, dann kämen ganz schön vielfältige Aussagen zustande. Genau das zeigt, dass Bewegung weit mehr ist als körperliche Ertüchtigung. Unser aller Körper ist in der Entwicklung und in der Organisation im weitreichenden Sinn auf Bewegung ausgelegt. Etwas spitz formuliert: Unser Körper benötigt Bewegung, um den Organismus gesund zu halten. Bewegung ist nicht gleich Bewegung. Dahinter steht eine komplexe Verkettung sozialer, emotionaler, physiologischer Faktoren und vor allem kognitiven Prozesse.

Der Ort, an dem alle diese Faktoren und Prozesse entstehen, ist unser Gehirn. Wir können sowohl die Wirksamkeit von sportlicher Aktivität auf unser Gehirn betrachten wie zum Beispiel, dass wir den Stress reduzieren, uns wohler fühlen. Wir können aber auch von unserer Steuerzentrale, dem Gehirn, Arbeitsweisen bestimmter Hirnareale und deren Wirkung auf die Bewegungsabläufe betrachten. Das Zusammenspiel von Gedanken, Gefühlen und Körperbewegungen greifen über die Steuerung neuronaler Prozesse ineinander und das können wir zur Leistungsoptimierung nutzen. Es geht im Sport nicht nur allein um die Ausführung von Bewegung, sondern um ein komplexes Ineinandergreifen verschiedener Systeme.

 

Bewegungen sind nicht immer bewusst gesteuert, viele unserer Bewegungen entstehen unterbewusst. Hier wird zwischen Bewegungsplanung und Bewegungsausführung unterschieden. Bewusste Bewegungen entspringen aufgrund einer Entscheidung durch Aufmerksamkeitslenkung, wir lenken beispielsweise unsere Aufmerksamkeit bewusst auf das Trinken aus unserer Flask, während wir laufen. An dieser bewussten Bewegungsplanung ist die Großhirnrinde und daran verankerten Hirnareale beteiligt. Wenn wir eine Bewegung unterbewusst ausführen, sogenannte automatisierte Bewegungsabläufe, dann entstehen diese unterhalb der Großhirnrinde in subkortikalen Regionen. Das Kleinhirn ist besonders wichtig für das motorische Lernen und bildet unser motorisches Gedächtnis. Es ist vor allem für die Ausführung von Bewegung, die Steuerung antagonistischer Muskeln, dessen zeitliche Dauer sowie auch die Reihenfolge verantwortlich. Es ist der Fertigkeitsspeicher für Sportbewegung. Die acht Kompetenzen der Koordinationsfähigkeit, werden diesem Hirnareal zugeordnet: Reaktion, Orientierung Antizipation, Umschaltfähigkeit, Differenzierung, Gleichgewicht und Rhythmus. Das Kleinhirn ermöglicht es uns zu Laufen und gleichzeitig das Essen nach dem Lauf zu planen.

 

Zentral für das Erlernen von Bewegung ist die Propriozeption (ich weiß ein schwieriges Wort). Es wird auch als Tiefensensibilität bezeichnet. Dies Vermittelt uns Informationen über die Lage unseres Körpers im Raum, über die Stellung der Gelenke zueinander, über deren Veränderung durch Bewegung und liefert uns eine Einschätzung der möglichen Muskelkraft. Warum ich euch das alles erzähle? Die Propriozeption basiert nicht nur auf unserem Körpergefühl, sondern auch auf unserer Bewegungsvorstellung.

Neuronen sind nicht nur aktiv, wenn wir uns bewegen sondern auch, wenn wir die Bewegung anderer beobachten. Diese Erkenntnis der Forscher ist bahnbrechend. Durch dieses Wissen können wir Bewegungsabläufe allein durch die reine Vorstellung oder das Beobachten dieser erlernen. Haben sie jemals einem Kleinkind erklärt wie laufen funktioniert? Nein, es hat diese Bewegung beobachtet und daraus erlernt.

Für diese Transferleistung sind unsere Spiegelneuronen im Gehirn verantwortlich. Bewegung die wir gesehen oder uns vorgestellt haben werden bereits im Gehirn als gelerntes Bewegungsmuster abgespeichert. Spiegelneuronen oder auch Nachahmungsneuronen sind nicht nur im Erlernen körperlicher Bewegungsabläufe wichtig, sondern auch im sozialen Miteinander sowie für unsere Empathiefähigkeit.

Genau dieses heutige Wissen könnt ihr für euer Training nutzen.  

Übung:

Modelling

Beim Modelling stellt ihr euch Bewegungsfolgen so vor, wie sie von Profis, euren Vorbildern aus eurer Sportart ausgeführt wird. Ihr schaut euch Videos an, oder beobachtet sie live. Sowohl die Bewegung als auch das taktische Vorgehen können auf diese Weise auf eure eigenen Bewegungsmuster übertragen werden.

Probiert es aus, nicht nur einmalig, sondern mehrmals, nur so lernt euer Gehirn diese Bewegung für längere Zeit zu manifestieren.

Viel Spaß, eure Laura

 

Wahre sportliche Leistung geht weit über körperliche Stärke hinaus – sie beginnt im Kopf. „You are your only limit.“

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