Neuer Wochenstart – neuer Input: Sportpsychologie für Trailrunner
Mit dem Beginn der Adventszeit habe ich tolle Neuigkeiten für euch: Ab sofort erwartet euch jeden Montag ein kompakter Sportpsychologie-Beitrag hier bei Trailrunning 24. Im Wechsel bekommt ihr wissenschaftliche Hintergründe, spannende Themenfelder und praktische Übungen, die ihr direkt in eure Trainingsroutine integrieren könnt. Seid gespannt – es wird abwechslungsreich, alltagsnah und hilfreich für euren sportlichen Weg.
Wer bin ich?
Ich bin Laura Hesse, 27 Jahre jung, leidenschaftliche Ultratrailrunnerin sowie Psychologin (M. Sc.) und Sportpsychologin (ASP). Ich komme aus dem wunderschönen Schwarzwald – und genau hier lebe und trainiere ich auch.
Die Verbindung zwischen Sport und Psychologie fasziniert mich seit vielen Jahren. Jetzt freue ich mich darauf, euch mitzunehmen und euch die vielfältigen Themenbereiche der Sportpsychologie näherzubringen. Wenn ihr Fragen, Wünsche oder Themenideen habt, schreibt gerne an @Trailrunning24 oder direkt an mich über Instagram: @louri_98.
Was ist Sportpsychologie?
Sportpsychologie beschäftigt sich mit dem Erleben und Verhalten von Menschen im sportlichen Kontext. Ihr Ziel ist es, dieses Verhalten zu beschreiben, verstehen, erklären, gezielt zu beeinflussen und das Wissen praktisch anzuwenden (Alfermann & Stoll, 2012, S. 16).
Mehr als nur Mentaltraining.
Das häufig gezeigte „Eisbergmodell“ verdeutlicht eindrucksvoll, dass Sportpsychologie nicht mit Mentaltraining gleichzusetzen ist. Mentales Training bildet lediglich die sichtbare Spitze des Eisbergs.
Die eigentliche sportpsychologische Arbeit beginnt tiefer – bei der Persönlichkeit und Identität eines Athleten. Dazu gehören Fragen wie: Wer ist dieser Mensch? Welche Motive, Werte und Erfahrungen bringt er oder sie mit? Wie sieht das soziale Umfeld aus, welche Unterstützung ist vorhanden? Themen wie Selbstwert, biografische Hintergründe, Verhaltensmuster und Umfeldmanagement spielen hier eine große Rolle.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den leistungssportlichen Anforderungen und Kompetenzen, also beispielsweise Karriereplanung, Trainingsorganisation, Teamarbeit, Belastungssteuerung und sportliches Verhalten.
Erst an der Spitze folgt das eigentliche sportpsychologische Training, das konkrete mentale Techniken und Übungen umfasst, die Athlet*innen im Alltag und Training anwenden, um ihr Potenzial voll auszuschöpfen.
Worum geht es in der sportpsychologischen Arbeit?
In der sportpsychologischen Arbeit geht es darum, Höchstleistung und Wohlbefinden miteinander zu verbinden. Dazu zählen viele unterschiedliche Themenbereiche: Wir arbeiten an der mentalen Flexibilität, um die Leistungsfähigkeit auch unter Druck stabil zu halten, und fördern sowohl Motivations- als auch Volitionskompetenzen, damit Athlet*innen ihre Ziele klar verfolgen und Herausforderungen aktiv bewältigen können.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Persönlichkeitsentwicklung, denn ein stabiles Selbstbild und ein gesunder Selbstwert sind grundlegende Faktoren für nachhaltige sportliche Entwicklung. Außerdem vermitteln wir sportpsychologische Techniken, die im Training und Alltag angewendet werden können, um Fokus, Regeneration und mentale Stärke zu verbessern.
Ein wichtiges Arbeitsfeld ist das Verletzungsmanagement, das Athlet*innen mental durch Rehabilitationsphasen führt. Ebenso begleiten wir relevante Karriereentscheidungen, Übergänge im Sport, sowie die Vorbereitung und Betreuung bei Wettkämpfen.
Darüber hinaus umfasst die Sportpsychologie die Prävention psychischer Belastungen, die Optimierung des sportlichen Umfelds, Teamentwicklung und die Unterstützung bei psychischen Schwierigkeiten. Auch Trainer*innenwerden im Rahmen von Coach-the-Coach-Angeboten begleitet, um ihre Führungs- und Kommunikationskompetenzen weiterzuentwickeln. Ein zentraler Baustein ist zudem das Stressmanagement, das Athlet*innen hilft, auch in anspruchsvollen Situationen Ruhe, Klarheit und Kontrolle zu behalten.
Insgesamt orientiert sich die sportpsychologische Arbeit immer an den individuellen Bedürfnissen der Athlet*innen – und richtet sich ebenso an Trainer, Eltern und Führungspersonen, die Teil des sportlichen Systems sind.
Wahre sportliche Leistung geht weit über körperliche Stärke hinaus – sie beginnt im Kopf. „You are your only limit.“
Laura Hesse
