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Der 8. LIFE! Streutaltrail findet im idyllischen Streutal im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld und dort im kleinen Dorf Mittelstreu statt. Das ganze Dorf stellt mit viel Herzblut diese Veranstaltung auf die Beine.

Zur Auswahl stehen folgende Distanzen:

Vor dem Start: Die Vorfreude steigt

Schon die Kommunikation im Vorfeld ist vorbildlich. Nach der Onlineanmeldung folgten 2 informative E-Mails mit den restlichen Informationen, die nicht schon vorher auf der Homepage aufgeführt waren. Über den Instagramkanal des Laufs wurde die Vorfreude noch gesteigert. Am Tag vor der Veranstaltung wurden per Videos noch letzte Hinweise gegeben. Die kürzeren Strecken waren einige Tage vor dem Lauf ausgebucht. Nur für den Marathon und die Staffel konnte man sich noch vor Ort anmelden. Für den Marathon waren 90 Läufer:innen vorangemeldet.

Der Marathon und die Staffel starten 9:00 Uhr, die kürzeren Strecken ab 11:30 Uhr, sodass die Parkplatzfindung kein Problem ist. Aber für alle Teilnehmer sind es kurze Wege zum Veranstaltungsgelände.

Ein schönes Extra: Für die ersten 250 Anmelder gab es ein Veranstaltungsshirt inklusive. Aber vor Ort konnte man noch Restposten für nur 5 € kaufen, was ich auch für ein schönes Andenken nutzte.

Die erste Schleife: Auf in den Nebel

Der Marathon gliedert sich in 2 unterschiedliche Schlaufen von 16 und 26 km. Dazwischen läuft man bei Start-Ziel durch, wo auch der Wechsel der Marathonstaffel ist.

Nach dem Start kann man sich kurz auf Asphalt einrollen, aber schon bald kommen Anstiege und Waldboden. Das raue Wetter mit kühlen Temperaturen, Nebelschwaden und Regenschauern sorgte für zusätzliches Trail-Feeling. Die Wege sind daher fast durchweg rutschig und an manchen Stellen ist Vorsicht geboten.

Nach 5 km kommt das erste Streckenhighlight: der Frickenhäuser See, der größte natürliche See Unterfrankens mit einem Umfang von 360 m. Die schmale Umrundung, auf der Überholen verboten war, vermittelte eine tolle Naturstimmung. Streckenposten, Helfer und Zuschauer feuern jeden Läufer lautstark an. Weiter ging es auf weichen Pfaden durch den Wald bergauf und bergab. Ab km 10 ging es meist bergab zurück zum Start. Bei schönem Wetter hätte man hier auch ein paar schöne Ausblicke gehabt.

Bei Start-Ziel (16 km) waren bereits rund 400 Hm geschafft. Ob auf der zweiten Schleife nur noch 400 Hm anstehen, bezweifelte ich.

Die zweite Schleife: Ein ständiges Auf und Ab

Wir müssen durch ein kleines Gartentor, dann weiter auf einem Wiesenpfad. Nach 17,5 km steht die berüchtigte Eisenbrücke an. Nur einseitig mit Geländer gesichert und sehr glitschig. Auf Wald- und Wiesenwegen geht es im Wechsel von bergauf – bergab mit zahlreichen Richtungswechseln.
Ein besonderes Erlebnis war der steile Treppenanstieg bei km 20 über 192 Treppenstufen steil nach oben.

An einem zentralen Punkt im Dorf wird mit verschiedenen Instrumenten Musik gespielt und kräftig angefeuert. Nach 27 km wird eine größere Schleife zum südlichsten Punkt der Strecke gelaufen. Nach einem Abstieg auf unwegsamen Gelände führte ein scharfer Anstieg über einen traumhaften Singletrail, der diagonal den Hang quert; anspruchsvoll und herrlich zugleich.

Weitere kurze An- und Abstiege und Begegnungen mit den Läufern der kürzeren Distanzen folgen. Danach wurde es im Wald etwas einsamer, bevor bei km 36 die Spitzenläufer entgegenkamen.

Die letzten Kilometer verlaufen wellig und abwechslungsreich über Wiesen- und Feldwege. Ein Staffelläufer flog förmlich an mir vorbei. Ich konnte ihn nicht halten. Aber weitere Läufer hinter mir waren nicht in Sicht.

Nach 40 Kilometern kommt der letzte, kurze Anstieg. Linksherum durch tiefen Matsch folgt endlich der letzten Downhill und dann ist das Dorf wieder in Sicht. Vor mir erkenne ich einen Marathonläufer, der offenbar langsamer geworden ist. Also heißt es, noch einmal alles geben.

Im Ziel: Alles was das Läuferherz begehrt

An der Musikstelle ist ausgelassene Stimmung. Hier kommen die andere Strecken von links und gemeinsam geht es den letzten Kilometer ins Ziel. Begleitet von Kunstnebel, Anfeuerungen und Applaus überquerte ich die Ziellinie nach 3:32:02 h, Platz 11 gesamt.

Nach der Ziellinie erhalten alle Finisher die schöne „Holzmedaille“. Im großen Zelt wartet eine perfekt organisierte Zielverpflegung mit Erdinger, Cola und heißem Tee sowie verschiedenem Kuchen, Obst, Keksen und Knabbereien – alles, was das Läuferherz begehrt.

Im Sportheim des TSV Mittelstreu konnte man duschen. Draußen standen ein Whirlpool und zwei Fasssaunen zum Aufwärmen bereit. Weitere Stärkung konnte man an einem Foodtruck und beim ausrichtenden Verein (Pommes, Flammkuchen, Kuchen, Torte, Kaffee) erwerben.

Fazit: Tolle Trail, familiäre Atmosphäre und gute Organisation

Was für eine tolle Veranstaltung! Absolut empfehlenswert. 562 Finisher (78 Marathonis) sprechen ebenfalls dafür. Laut Uhr kamen 993 Höhenmeter zusammen – ein anspruchsvoller, aber gut laufbarer Trail.

Obwohl es sich um ein kleines Dorf handelt, war alles bestens organisiert und mit einer familiären Atmosphäre. Alle Helfer, Streckenposten und die anderen Läufer waren supernett und feuerten – sicher nicht nur – mich an.

Es gab 9 Verpflegungsstellen mit Wasser, Cola, Obst, Gels und Riegeln. Vor allem das lauwarme Wasser mit der perfekten Trinktemperatur verdient ein Sonderlob.

Ein Trail, der alles bietet: Natur, Herausforderung, Herz und Begeisterung auf und neben der Strecke.

euer Sören
Trailrunning24 – TrailCompany

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