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„22 km? Klingt machbar.“ – das dachte ich, als ich mich für den Pöhltrail anmeldete. Und wie immer beim Trailrunning: unterschätzt! Aber genau das macht ja den Reiz aus – Höhenmeter, Trails, Natur, Schweiß und am Ende dieses unbezahlbare Gefühl im Ziel.

Der Morgen und die Stimmung am Start

Der Lauftag begann mit Ausschlafen, da der Start auf die 22-km-Strecke erst um 11.40 Uhr geplant war. Wie vor jedem längeren Lauf kam die Frage auf: Habe ich genug gefrühstückt? Oder doch zu viel? Genug getrunken? Bin ich gut vorbereitet? Die Aufregung stieg. Egal, die Schuhe geschnürt, die Laufklamotten übergezogen, den Laufrucksack gepackt und ab zum Start am Wassersportzentrum in Pöhl.

Der Pöhltrail findet an der Talsperre Pöhl im Vogtland statt. Angeboten werden Strecken von 5 km, 13 km und 22 km. Alle Laufstrecken sind auch als Nordic-Walking-Runden möglich. Zudem gibt es kostenfreie Kinderläufe mit 0,6 km, 1,4 km und 2,8 km. Das Highlight ist der Paralympics Special Run als Inklusionslauf – ein Teil der Veranstaltung, der dem Orga-Chef besonders am Herzen liegt. Also quasi für jeden etwas dabei.

Schon auf dem Parkplatz merkte man: Hier ist was los. Läufer in allen möglichen bunten Outfits, ganz viel Aufregung in der Luft und gleichzeitig eine lockere Stimmung. Das Wetter war optimal. Die Organisation lief reibungslos: Startnummernausgabe ohne Warterei, freundliche Helfer überall und kurze Wege. Toiletten und Duschen gab es direkt vor Ort.

Richtig gut und professionell war auch die offizielle Erwärmung für alle Starter. Da stand man plötzlich Schulter an Schulter mit Leuten, die man noch nie gesehen hatte, und machte Hampelmänner – hat aber funktioniert, die Nervosität wich bei vielen einem gemeinsamen Grinsen.

Dazu der Moderator, der wirklich für alles und jeden die passenden Worte fand. Man fühlte sich direkt als Teil einer großen Trailfamilie.

Die Strecke – von locker bis legendär

Pünktlich ging es los – und kaum war der Startschuss für die 22 km-Strecke mit 500 HM gefallen, zog sich das Läuferfeld schon auseinander. Die ersten Kilometer waren noch entspannt, fast zum Einrollen, bevor die Strecke anfing, ihr wahres Gesicht zu zeigen.

Die Wege wechselten ständig: enge Singletrails, wo jeder Tritt sitzen musste, breite Forstwege, auf denen man kurz die Beine ausschütteln konnte, wurzelige Waldabschnitte, die Konzentration bis zum letzten Meter forderten, und immer wieder knackige Anstiege, die das Herz schneller schlagen ließen – und das tatsächlich nicht nur vor Freude.

Die Strecke ist unglaublich schön und zieht sich durch das Tal der Weißen Elster, entlang des Elsteruferweges. Einen Gänsehautmoment erlebte man beim Höhepunkt des Laufes: die Überquerung der Elstertalbrücke. Schon von Weitem wirkt dieses Bauwerk beeindruckend – und plötzlich durfte man wirklich hinauf und sie überqueren. Seit Jahren musste die Strecke verlegt werden, da die Brücke aufgrund von Bauarbeiten gesperrt war. Für den Pöhltrail gab es dieses Jahr eine Sondergenehmigung.

Mit 68 Metern Höhe und knapp 280 Metern Länge ist die Elstertalbrücke die zweitgrößte Ziegelbrücke der Welt. Und mittendrin wir – kleine Läuferfiguren zwischen Millionen von Backsteinen. Die Aussicht von oben war gigantisch: der Wald, das Elstertal, die Elster – das Vogtland in seiner ganzen Pracht. Für einen kurzen Moment konnte ich die doch schon arg brennenden Beine vergessen. Das war pure Gänsehaut.

Die Verpflegungspunkte waren perfekt gesetzt: Wasser, Iso, Obst, Snacks und obendrein – vor allem am Friedrich-August-Stein – eine wundervolle Aussicht. Die Helfer vor Ort feuerten mit einer Energie an, als wären sie selbst erst losgelaufen. Das gab jedes Mal einen riesigen Motivationsschub für den müden Kopf und Körper.

Der Zieleinlauf – und das Schlaraffenland

Nach 22 Kilometern war ich ziemlich platt, aber umso glücklicher, als das Ziel näher kam. Schon von Weitem hörte man die Zuschauer, die Musik, die Durchsagen des Moderators. Und dann: durch den Zielbogen, Applaus, Lächeln, pure Freude. Und ehrlich: Die Zielverpflegung war der Hammer. Man erlebt selten so eine Auswahl: Kuchen, Obst, Herzhaftes, Getränke in allen Varianten – ein echtes Läufer-Schlaraffenland. Und wenn man auch als Veganer etwas anderes bekommt als Banane und Wasser, dann hat sich die Qual auf der Strecke doch gelohnt. Ich musste mich fast bremsen, nicht mehr Kalorien reinzuschaufeln als ich unterwegs verbrannt hatte. Dazu gab es im Ziel eine so schöne Medaille aus Holz, passend zu diesem so schönen Naturlauf. Und natürlich das zauberhafte Gefühl, mal wieder seine Grenzen gesprengt und etwas Besonderes geschafft zu haben.

Fazit: Der Pöhltrail, mehr als nur ein Lauf

Was den Pöhltrail für mich so besonders macht: Er ist nicht nur ein Wettkampf. Mit den Kinderläufen und dem Inklusionslauf, der dem Veranstalter besonders wichtig ist, wird hier ein echtes Zeichen gesetzt. Laufen verbindet – egal, wie alt, egal mit welchen Voraussetzungen. Das spürt man von Anfang bis Ende.

Der Pöhltrail 2025 war für mich ein echtes Highlight.

Strecke: abwechslungsreich, fordernd, wunderschön – mit dem absoluten Gänsehautmoment auf der Elstertalbrücke.

Organisation: familiär, herzlich und trotzdem professionell.

Stimmung: von stillen Waldmomenten bis zu jubelnden Helfern und Zuschauern alles dabei.

Zielverpflegung: ein Fest!

Für mich ganz klar: Der Pöhltrail ist Trailrunning in seiner besten Form – fordernd, herzlich, unvergesslich. Und ja, meine Oberschenkel waren lange noch eine ganze Weile ein bisschen beleidigt, aber ich sage jetzt schon: Bis zum nächsten Mal!

eure Conny
Trailrunning24 – TrailCompany

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