MountainMan – Reit im Winkel: Die Region um Reit im Winkl ruft bei mir spontan Erinnerungen an Winterurlaub in den Faschingsferien auf. Zwar konnten wir dort in den letzten Jahren eher schlecht als recht Ski fahren oder Langlaufen, aber die Schneeknappheit hat immer wieder dafür gesorgt, dass auch die Trailrunningschuhe im Februar zum Einsatz kamen. Und selbstverständlich sprangen einem beim Laufen die Werbung für den Mountainman Trailrun ins Auge. Neben dem Wintertrail im März fand am 27.09.25 zum siebten Mal das Mountainman-Event in Reit im Winkl statt.
Es standen insgesamt 5 Trails von 11–73 km (304–3160 Höhenmeter) sowie ein Kids-Trail auf dem Programm. Laut dem Veranstalter war die M-Strecke (auch meine Wahl, 26 km mit 938 HM) mit 414 Teilnehmern die beliebteste Distanz, insgesamt waren 1323 Trailrunner am Start.
Vor dem Start
Den Starterbeutel holte ich am Wettkampftag im Festsaal in Reit im Winkl ab. Durch die genauen Informationen zu den Parkmöglichkeiten war die Anfahrt stressfrei, im Ort war es ein entspannter 10-minütiger Spaziergang vom Auto zum Startbereich.
Der Starterbeutel war knapp gehalten, die Gutscheine überwogen gegenüber den Goodies. Vor der Garderobe im Keller des Festsaals bildete sich eine Schlange, die Läufer waren unsicher, ob jemand aus dem Orga-Team das Gepäck in Empfang nimmt oder hier Selbstbedienung herrscht. An der Stelle hätte ich mir ein Hinweisschild oder eine Info im ansonsten vollständigen Briefing gewünscht. Es wurde eine freiwillige Überprüfung der Pflichtausrüstung im Festsaal durchgeführt. Nach der Kontrolle der Rettungsdecke wurde ein Häkchen an der Startnummer gesetzt. Dass das jemand später im Startbereich kontrolliert hat, ist mir nicht aufgefallen.
Die letzte Stunde vor dem Start verflog wie immer sehr schnell, und durch mehrere Toiletten konnte die obligatorische Routine jedes Läufers ohne langes Anstellen durchgeführt werden. Die Sonne zeigte sich 5 Minuten vor dem Start, was fast schon wie bestellt wirkte.
Von Irrwegen und Highlights
Die ersten 5 Kilometer haben sich wie ein Warm-up angefühlt – es ging unspektakulär einen Schotterweg stetig bergauf, ohne wirkliche Highlights. Daher habe ich überlegt, was besser ist: schnelles Gehen oder langsames Laufen. Die Steigung hat beides zugelassen.
Das hat sich aber bald geändert: Es ging in den Wald mit einer Steigung bis 25 %. In diesem Abschnitt haben sich die Stöcke bezahlt gemacht. Als ich bei Kilometer 10 einen Schotterweg, der leicht bergab ging, laufen lies, meldete sich meine Uhr mit einer Streckenabweichung. Da ich neben mir zwei Läufer hatte, fragte ich, ob wir falsch liefen. Ich bekam die Antwort, dass wir auf dem richtigen Track seien. Nach ein paar Minuten war mir aber klar, dass wir komplett in die falsche Richtung liefen … also umkehren. Während ich bergauf die negativen Höhenmeter von eben einsammelte, kamen mir die XL-Läufer entgegen. An der richtigen Abbiegung angekommen, konnte ich gerade noch ein paar andere Läufer davon abhalten, auch in die falsche Richtung zu laufen und sich den XL-Trailläufern anzuschließen. Die Streckenmarkierung sowie ein Hinweis darauf, dass sich hier die Strecken teilen, fehlten leider.
Das nächste Highlight war der gut laufbare Downhill von der Unterhemmersuppen Alm. Hier konnte ich gut laufen lassen und merkte erst im Tal die Anstrengung der Beinmuskulatur beim Bergablaufen. Nach einer Bachüberquerung kam der steilste Anstieg des Tages zur Zwerchenbergalm hinauf.
Zu der Zeit waren auch einige Wanderer und Trailrunner mit Hunden unterwegs. Ich fand es aber nicht störend, es war eher gutes Miteinander. Außerdem habe ich festgestellt, dass es die Pace und den Puls pushen kann, wenn man hinter sich das Hecheln der Hunde hört.
Die Klausenbachklamm als letztes Highlight verdiente es unter anderen Umständen, mit ihrer landschaftlichen Schönheit in Ruhe angeschaut zu werden, aber es waren nur wenige Kilometer bis zum Ziel. Auf den letzten 500 Metern vor dem Ziel liefen wir um das Stadion, durch den starken Gegenwind hatte man das Gefühl, überhaupt nicht voranzukommen.



Im Ziel
Nach der überschaubaren Zielverpflegung im zwischenzeitlich kalten Wind schätzte ich es sehr, dass der Zielbereich so gut organisiert war: Man konnte sich im Festsaal erholen, etwas essen und trinken und sich anschließend gleich gegenüber duschen und umziehen.
Nach dem anstrengenden Wettkampf sind kurze Wege optimal. Im Festsaal gab es übrigens eine Videoleinwand mit der Liveübertragung aus dem Zielbereich. So konnten die Zuschauer im Warmen sitzen und trotzdem mitten im Race-Geschehen dabei sein.
Zwischenzeitlich habe ich erfahren, dass ich wohl nicht der Einzige war, der sich bei Kilometer 10 verlaufen hatte. Die Strecke war ansonsten gut markiert, eventuell war es ein Fall von Vandalismus. Im Endeffekt hat fast jeder eine Uhr und ist selbst dafür verantwortlich, der richtigen Route zu folgen.
Zusammenfassend zur Strecke des M-Trails kann ich sagen, dass sie etwas trügerisch eintönig beginnt, um sich im weiteren Verlauf mit vielen Highlights und auch von der anspruchsvollen Seite zu zeigen.
Eugen
Trailrunning24 – TrailCompany