· 

Dem Himmel so nah - Tschirgant Sky Run

 

Dem Himmel so nah, beim Tschirgant Sky Run in Imst am vergangenen Wochenende, da oben auf dem Grat trifft es genau, wie wir weiter unten im Rennbericht von unserer Simone noch erfahren dürfen.

 

Eine wunderbare Erfahrung, die man auf jeden Fall bei Traumwetter einmal miterleben sollte. Die Landschaft ist einzigartig, die familiäre Atmosphäre und die Leidenschaft zum Trailrunning von Lukas Kocher und seinem Team des Tschirgant Sky Run, mit Unterstützung des Teams von Trail Motion Tirol und natürlich der Outdoorregion Imst, die in den Lauf gesteckt wird, hat uns aufs äußerste begeistert und mitgerissen. 

 

Hier merkt man anhand der Streckdetails, dass dieser Lauf von Läufern für Läufer gemacht wurde, Verpflegung an den VP´s sowie im Ziel mit selbstgebackenen Kuchen, Pasta und ganz vielem was das Herz begehrt, schmeckte ausgezeichnet und ließ keine Wünsche offen. Die sympathischen und mit voller positiver Energie aufgeladenen Helfer ließen uns ihre Freude ab der ersten Minute dieses Events spüren. Nicht nur die Läufer und Zuschauer kamen auf ihre Kosten, der Nachwuchs wurde an diesem Tag mit verschiedenen Aktivitäten bespaßt und bei Laune gehalten 

 

Im kompletten ein herausragendes Wochenende mit absoluter Suchtgefahr, vieler netter Gleichgesinnter und einer tollen Community. Wer auf eine familiäre Veranstaltungen mit viel Herzblut und geilen Trails mit viel Abwechslung steht, kommt am Tschirgant Sky Run leider im positiven Sinne nicht vorbeikommen.

 

Nicht nur der Lauf ist in der Outdoorregion ein klares Highlight, die Wanderwege, die Almen, die gesamte Natur muss man sich einmal angesehen haben. Ob auf dem Rad oder zu Fuß, es ist für jeden ein besonderes Höhepunkt dabei. Die umliegenden Almen glänzen mit selbstgemachten Speisen und einer herzlichen Gastfreundschaft. Hier macht Urlaub Spaß und die Erholung steht ganz oben.

 

Die Team von Trailrunning 24 freut sich schon auf den nächsten Tschirgant sky run 2023 und gibt eine klare Empfehlung für dieses liebevolle, durchdachte mit Leidenschaft veranstaltete Event ab. Der ein oder andere Urlaub wird mit Sicherheit auch von uns hier verbracht. 

 

 

Team Trailrunning24

Stefan Brendel

 

 

Fotos: 

Daniko

Wettkampftag

Es ist perfektes Wetter, blauer Himmel, Sonnenschein. Ich stehe in Imst am Sportgelände und hole meine Startsachen für den Tschirgant SkyrunTS52 ab.

Insgesamt gab es vier verschiedene Distanzen, den TS16 Adventure mit 900HM, TS26 Experience mit 1900HM, TS42 Marathon mit 2400HM und den TS52 mit 3500HM. Der Tschirgant Skyrun ist ein noch neuer Termin im Trailrunning Kalender. Dieses Jahr die zweite Auflage. Meiner Meinung nach aber ein Geheimtipp, der sich sicher schnell herumsprechen wird und die nächsten Jahre viele Trailrunner und Skyrunner ins Ötztal ziehen wird. Und das auch zu Recht, denn die Streckenführung des TS52 war absolut mega klasse. Laut meiner Bekannten, die auf der T26 bzw T42 unterwegs waren, waren diese Strecken ebenfalls super toll.

 

Die Startbeutelausgabe verlief unkompliziert und im familiären Rahmen, was bei 426 Gesamtstartern natürlich möglich ist. Gefüllt waren diese sehr prall. Für jeden Teilnehmer gab es ein tolles Funktionsshirt, was für mich persönlich schon ein Highlight war, da es meine Lieblingsfarbe pink hatte. Dazu kamen noch ein paar Laufsocken im Tschirgant Skyrun Logo, ebenfalls in rosa/blau (für die Herren alles in Blau bzw blau/weiß), sowie ein Schuhputzgutschein für den höchsten Punkt des Laufes (Tschirgantgipfel) und diverse Proben und Gutscheine von Alpenpower und ein Entspannungsgel.

Freitag Abend ging die Veranstaltung offiziell los. Um 19.30 Uhr startete der Rosengarten Nightrace. Hier wurde die gesamte Rosengartenschlucht im Uphill bestritten. Auf ganzen 2km mussten 250HM überwunden werden. Die tosenden Wassermassen immer an der Seite. Gestartet wurde im 1min Zeitfenster, da der Pfad sehr eng und ausgesetzt durch die Schlucht verlief. Teils ging es durch kleine Höhlen durch den Fels oder die Höhe betrug nur 1,20m. Ziel und Siegerehrung war in Oberimst. Ich selbst stand in der Schlucht als Zuschauer und feuerte die Läufer an. Als Läufer einen Läufer anzufeuern ist auch ein ganz besonderes Feeling. Tief im Inneren ist man fast selbst mit auf der Strecke. Die Emotionen, die Anstrengung, die angespannten und fokussierten Gesichtszüge der Teilnehmer - Ich konnte dies so dermaßen gut verstehen. Noch dazu war es sozusagen der letzte technische Schlusspart meiner Strecke, die ich morgen laufen werde.

 

Nach einer kurzen Nacht ging es für mich am Samstag um 6.00 Uhr zum Startgelände. Das Wetter versprach mir 27 Grad am Nachmittag und Sonne pur bilderbuchmäßig zu werden. Aktuell waren es schattige 6 Grad. Auf der Ultradistanz waren 74 Starter gemeldet. Für mich war im Vorfeld klar, dass sich das Feld relativ rasch sehr weit auseinander ziehen wird und ich sicher sehr viel alleine auf den Streckenabschnitten unterwegs sein werde, weswegen ich hoffte, dass es eine gute Streckenmarkierung geben wird. Nach der Pflichtausrüstungskontrolle gab es noch schnell ein kurzes Briefing, u. a. auch wie die Strecke markiert ist. Immer den pink aufgesprühten Punkten, den pinken Fähnchen und den rot-weiß & gelben Bändern nach. Ich kann jetzt schon ein sehr großes Lob aussprechen an die Markierer. Ihr habt einen sehr tollen Job gemacht! Verlaufen war eigentlich unmöglich. Die Strecke war perfekt markiert und ausgeschildert. Auch wenn die ein oder andere Kuh auf der Weide mal ein Fähnchen angeknabbert hat, waren ja immer noch die aufgesprühten Punkte zu sehen. An den Streckenteilungen standen zudem noch Streckenposten, die einen in die richtige Richtung schickten und zusätzlich standen Schilder mit den Streckennamen. Top!

 

6.30 Uhr - der Startschuss fällt. Es ging raus aus dem Stadion und Richtung Ortsausgang. Schnell landete man auf einem breiten Schotterweg und es ging leicht bergan. Für die nächsten km sollte dies auch erst einmal so bleiben. Wobei es ab km5, nach der 1. VP dann steiler wurde. Die VPs waren bis zum Schluss alle mit Iso, Wasser, Cola, gefühlt 15 verschiedenen Kuchensorten, Obst, Salzgebäck im Überfluss ausgestattet. Schnell die Flaschen nochmal randvoll gemacht. Schließlich sind es bis zum Tschirgant Gipfelkreuz satte 1600HM am Stück und das bis km12. Bis zur Karrösteralm waren wir mit den Läufern der TS42 zusammen unterwegs, danach teilte sich die Strecke.

Die TS52 ging weiter bergauf Richtung Gipfel. Bis zur Alm schlängelten wir uns auf tollen Wald-/Wurzel und Wiesenwegen nach oben. Das Panorama der umliegenden Berge ist atemberaubend schön. Die Gipfel, mittlerweile angestrahlt von der Sonne, strahlen im blauen Himmel. Ich konnte mich daran gar nicht satt sehen. Ich erreichte die Karrösteralm, wo auch die 2. VP war.

 

Ab jetzt ging es steil bergauf. Schnell war die Baumgrenze erreicht. Es gab nur noch Latschenkiefer. Die Trails wurden schmaler und immer grauer. Es geht Serpentine um Serpentine nach oben. Irgendwann war alles nur noch grau. Der Weg bestand hier jetzt nur noch aus Geröll, groben Steinen, Felsplatten, rutschigem Schotter. Die Sonne schien satt herunter. Mittlerweile brauchte man ab und an die Hände um sich an den Felsen hinauf zu ziehen, da die Tritte einfach zu weit auseinander lagen und das Gefälle auch sehr steil wurde. Es ist volle Konzentration gefragt.

 

 

Plötzlich tauchte vor mir ein Schild auf „Achtung gefährliche Passage“, von hier ab waren es noch gute 200HM bis zum Gipfel. Ich sah ein Drahtseil, welches fast senkrecht den Fels entlang nach oben ging. Die nette Dame vom Streckenposten rief mir noch „immer rechts vom Seil nach oben gehen“ zu. Ich dachte mir noch, OK, jetzt wird´s interessant. Mein Grinsen wurde immer größer und ich kletterte nach oben, 1 Hand am Seil, die andere am Fels. Ich konnte das Gipfelkreuz schon sehen. Und die Schuhputzstelle – am Höchsten Punkt des Laufes - Ich ließ meine Schuhe allerdings dreckig und genoss lieber ein paar Minuten diese wahnsinns Aussicht, bevor ich mich auf den Abstieg konzentrierte. Dieser war meiner Meinung nach nicht ganz ohne. Es war rutschig und man musste höllisch aufpassen nicht zu stolpern oder zu stürzen. Links ging es nämlich steil nach unten.

Immer bergab schlängelten wir uns den Grat entlang, welcher das Gurgltal vom Inntal trennt. Vor mir waren 2 Herren unterwegs. Mit Rechen, die den Pfad tatsächlich in Form brachten. Ich musste so lachen, denn dass mir jemand in fast 2500m Seehöhe den Weg formt ist mir auch noch nie passiert. Mein nächstes Ziel konnte ich in der Ferne schon sehen, den Simmerring. Der Trail verlief am Grat entlang, Geröll, Steine, Felsen wechselten sich ab. Hinzu kamen nach kurzer Zeit dann wieder die Latschenkiefer. Von da an schlängelte sich der Weg wellig, die letzten Meter zum Gipfelkreuz ging es wieder bergauf.

 

Jetzt stand ein langer Downhill an, der einem alles abverlangte. Ganze 1200HM  am Stück runter nach Nassereith. Der Trail war stellenweise sehr steil, fast senkrecht, immer mit losem Waldboden, Tannennadeln, Wurzeln, Steine und Zapfen bedeckt. Manchmal auch etwas feucht und rutschig. Das ging schon gehörig in die Oberschenkel. Bereits hier machte mir mein Magen schon ein wenig Beschwerden. Läuft sich sicher raus und an der VP in Nassereith isst du etwas mehr dann geht’s wieder dachte ich mir noch. Tja leider war dem nicht so. Essen ging nichts mehr rein und außer Wasser auch nichts mehr anderes. Dementsprechend wurde die 2. Hälfte und die noch guten 1500HM eine zähe Angelegenheit. Aber man wäre ja keine Ultratrailläuferin wenn man mit Schwierigkeiten nicht klar käme.

 

Somit hieß es Zähne zusammenbeißen und weiter, zwar langsamer als gewollt, aber immerhin.

 

Der nächste Uphill ging mit 800HM über den Kohlstattsee rauf zum Sinnesgatter. Der Trail verlief idyllisch über einige Weidewiesen. Das Bimmeln der Kuhglocken und das Plätschern der Bächlein hatte fast etwas meditatives. Endlich war die VP erreicht und ich wusste dass für die letzten 15km nicht mehr so viele Höhenmeter anstanden. Kopf aus und weiter. Auf grober Schotterpiste und feinen Waldtrails ging es weiter auf dem Starkenberger Panoramaweg, Übergang der Salvesenschlucht und immer weiter Richtung Hochimst . Das Grande finale sollte die Durchquerung der Rosengartenschlucht werden. Wenn ich diese erreicht habe war es fast geschafft. 

Ich erreichte die Schlucht und biss nochmal alle Zähne zusammen. Jetzt war es nämlich ein Wettlauf gegen die Uhr. Die Zielschlusszeit rückte zügig näher. Fotostop war nicht mehr. Ich rannte tatsächlich im Laufschritt durch die gesamte Schlucht. Eine Hand am Fixseil zur Sicherheit. Die 2km waren Gott sei Dank ohne Sturz geschafft. Jetzt war Zielgerade angesagt. Ich war total im Tunnel, fokussiert auf das Stadion.

 

Nach Verlassen der Schlucht ging es quer durch den Ort Richtung Schwimmbad. Eine Kurve rechts, links rein ins Stadion und endlich war das Ziel erreicht. Ich konnte es kaum fassen, dass ich es endlich geschafft hatte. Es war zwar weit entfernt von meiner Wunschzielzeit welche ich mir gesetzt hatte, aber nach all den Zwischenfällen war ich mit dem Finish voll und ganz zufrieden. Mit einem Grinsen nahm ich die hart erkämpfte Medaille entgegen und freute mich übe ein eiskaltes alkoholfreies Bier :)

Resümee: Es war für mich, trotz der ganzen Unannehmlichkeiten mit dem Magen, einer der schönsten und tollsten Läufe, den ich bisher gemacht habe. Ich war sicher nicht das letzte Mal an dieser Startlinie gestanden.

 

Die Orga, die Helfer, die VPs, die mega schöne und anspruchsvolle Streckenführung, die super Markierung und die ganze Atmosphäre waren top und haben diese Veranstaltung unvergesslich werden lassen.

 

Klare Weiterempfehlung!!!

 

„Ultratrail der besonderen Art, technisch anspruchsvoll, landschaftlich unvergesslich...“ präziser kann man dies nicht ausdrücken.

 

 Bericht und Fotos:

SImone Gerstmayer 

Team Trailrunning24