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Rennbericht Engadiner Sommerlauf 2020

„Engadin, das ist doch in der Schweiz?! Oh, die Schweiz soll landschaftlich wunderschön sein.“ Das waren meine ersten Gedanken, als ich von der Veranstaltung gehört hatte. Ich war noch nicht oft in der Schweiz und vor allem nicht zum Laufen. Das sollte sich nun ändern. Als ich die Bestätigung meiner Anmeldung zum diesjährigen 41.Sommerlauf im Engadin bekam, war meine Vorfreude allgegenwärtig. Der Termin wurde dick im Kalender eingerahmt und alles Organisatorische zur Anreise, Übernachtung und Co erledigt. Nun konnte der Wettkampftag kommen. Mein allererstes Rennen dieses Jahr und das unter bestimmten Umständen. Eine Special Edition mit dem Stempel Covid-19. Ich war gespannt, gespannt auf die Schweiz, gespannt auf die Landschaft, gespannt auf das drum herum und natürlich gespannt auf die 20,6km und 280hm selbst des Engadiner Sommerlaufes 2020.

Die rechtlichen Corona Vorgaben bedeuteten einige Änderungen für den Veranstalter. Keine Menschenansammlung im Start und Zielbereich, keine Zielverpflegung, keine Siegerehrung oder Ähnliches. Ich war etwas skeptisch, ob überhaupt richtiges Wettkampffeeling aufkommen kann, bei all diesen Einschränkungen.

Wir sind mit dem Auto angereist. Wir, das ist mein Race Support Philip und ich, sind über den Julier Pass nach St. Moritz gekommen. Der erste Ausblick auf den See hat uns direkt gepackt. Wow! Was für ein tolles Panorama und welch beeindruckende Landschaft. Nach dem Einchecken im Hotel Sonne am Vorabend des Events haben wir erst einmal einen Spaziergang am Seeufer entlang gemacht und die Sommerabendstimmung in St. Moritz eingefangen. 

Ich bin nicht zu spät ins Bett gegangen, schließlich ging der Wecker um kurz vor 7 Uhr morgens, um noch in Ruhe Frühstücken zu können, bevor es nach Sils an den Start ging.

Rennbericht Engadiner Sommerlauf by Susanne Viehweger
Rennbericht Engadiner Sommerlauf by Susanne Viehweger

Im Startbereich mussten Masken getragen werden, die man aber direkt nach dem Startschuss in einen dafür vorgesehenen Behälter werfen konnte. Der Start verlief in zwei Blocken zu je 250 Leuten, um das ganze Feld etwas zu entzerren und die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten. Ich war im ersten Startblock mit einer geschätzten Laufzeit von unter 2h. 

 

Das Warm Up fand dieses Jahr individuell statt, auch ich habe mich 10 Minuten eingelaufen, hab den Kreislauf angekurbelt und bin dann pünktlich um 9:30 Uhr mit meinen Mitstreitern an die Startlinie marschiert.

Rennbericht Engadiner Sommerlauf by Susanne Viehweger
Rennbericht Engadiner Sommerlauf by Susanne Viehweger

Und los!

Mit etwa 14 Grad perfekte Temperaturen zum Laufen. Die Laufstrecke verlief von Sils über St. Moritz, Richtung Pontresina nach Samaden. Entlang an traumhaften Seen, aufgereiht wie an einer Perlenkette. Durch die nur 280 Höhenmeter war es für mich ein sehr schneller Lauf. In der Regel sind meine Wettkämpfe über 1000hm. Ich bin nicht zu schnell gestartet, habe einen guten Schritt gefunden und bin mit einem Durchschnittspace von 5,15 gelaufen. 

Auf der gesamten Strecke gab es zwei Verpflegungsstationen. Die erste erreichte ich nach etwa 50 Minuten und nahm dort ein Gel zu mir. Schon kaum aus der Packung zu bekommen hatte ich damit meine Probleme es runterzuschlucken, ohne Wasser wäre ich aufgeschmissen gewesen. Dank meinem Race Support und Wasser zum Nachspülen konnte ich die zähflüssige Masse dann doch verdauen und weiter ging es in die zweite Rennhälfte. 

Die Berge wurden steiler und nach einer eher lockeren ersten Hälfte wurde es jetzt anstrengender. Die letzten 4 Kilometer habe ich dann schon gekämpft. Nun war das Ziel in Sicht und ich konnte bereits die Stimmen aus dem Stadion hören. Zum Schluss eine Stadionrunde, Endspurt und ich kam als 41. Frau nach 1:47:25 glücklich im Ziel an. 

Das Ziel sollte relativ zügig verlassen werden, nachdem es für jeden ein Finisher-Packerl, ein Teilnehmershirt und eine gefüllte Trinkflasche gab. Das T-Shirt ist klasse, schöner langer Schnitt und angenehmes Material. 

Rennbericht Engadiner Sommerlauf by Susanne Viehweger
Rennbericht Engadiner Sommerlauf by Susanne Viehweger

Was für ein gelungenes Event. Gratulation an die Organisatoren. Die Strecke war mit Schildern, Bodenmarkierungen und Streckenposten bestens ausgeschildert, es war quasi unmöglich sich zu verlaufen. Danke an alle Helfer auf der Strecke, die Wegweiser, die Getränkeüberreicher und die fleißigen im Start- und Zielgelände. Es gab nie Gedränge während des Laufes, die Teilnehmer haben sich gut verteilt. Zwischendurch habe ich mit einer Mitstreiterin bisserl geratscht, alle waren entspannt und freundlich unterwegs. Die Stimmung war gut und die Atmosphäre super!

 

Auch ohne Expo, Siegerehrung und Finisherparty eine tolle Veranstaltung. Ich freue mich schon auf meine nächste Schweizreise und hoffe, dass ich dann ein paar Tage länger Zeit habe, um die umwerfenden Berge und Orte zu erkunden.

 

 

#wirsindsommerlauf

By Susanne Viehweger (trailrunning24)



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