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Interview mit Top-Trailrunner Hannes Namberger

Neben dem Trailrunning gefällt Hannes Namberger das Bergsteigen und Klettern
Hannes Namberger

Für alle, die Dich noch nicht kennen -Wer bist Du und wie bist Du zum Trailrunning gekommen?

 

Mein Name ist Hannes Namberger, ich bin 30 Jahre alt, komme aus Ruhpolding und bin fast immer in den Bergen unterwegs. Beruflich bin ich bei der Bundespolizei sowie Skilehrer beim DSLV. Bis 2011 war ich aktiver Skirennläufer im DSV. Aufgrund einer Verletzung sowie fehlenden Spitzenleistung musste ich mit dem Profisport aufhören und fand sofort großen Gefallen am Bergsteigen, Klettern und vor allem am Laufen. Nach und nach steigerte ich mich in der Geschwindigkeit und auch in der Ausrüstung, mit der ich in den Bergen unterwegs war. 

 

Seit wann bist Du auf den Trails unterwegs?

 

2015 meldete ich mich, eigentlich aus Neugier, für meinen ersten Ultra Trail für den Karwendelmarsch an. Ich trainierte wieder, wie ich es als Skifahrer gewohnt war, aber halt ohne Plan, denn ich hatte eigentlich keine Ahnung vom Laufen. Als ich mein erstes Rennen beendet hatte, wusste ich, Trailrunning wird mein neuer Sport sein.

 

Du bist ja einer der besten deutschen Trailrunner! - Könntest Du allein von dem Sport leben?

 

Nein, leider nicht. Ich denke, keiner der deutschen Trailrunner kann von dem Sport leben. Mein Ausrüster Dynafit ermöglicht mir zwar alle Reisen, die ich unternehmen möchte, von Sponsoren oder Preisgeldern zu leben ist für mich dennoch momentan nicht möglich.

Wie baust Du dein Training in den Alltag ein?

 

Ich arbeite meistens 12 Stunden am Tag, somit verbringe ich im gesamten weniger Tage in der Arbeit. Wenn ich also frei habe, nutze ich jeden Tag optimal fürs Training. Es bleibt halt neben Arbeit und Training nicht mehr viel Zeit

für etwas anderes. Eine gute Planung für ein effektives Training ist für mich sehr wichtig.

 

Wie ernährst Du Dich?

 

Grundsätzlich ernähre ich mich nach dem PALEO Prinzip. Das bedeutet ein grundsätzlicher Verzicht auf Weizen, Zucker, Milch. Ich esse daher hauptsächlich Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse, Nüsse, Samen. Meine Produkte sollen immer von höchster Qualität und wenn möglich regional sein. Klar sündige ich auch manchmal, aber das hält sich eher in Grenzen und hängt auch davon ab, in welcher Phase ich mich gerade befinde. In der Weihnachtszeit kann das aber auch öfter passieren.

 

Wenn Du ein Tier wärst: Welches wärst Du?

 

Ein Adler!

 

Was gibt es Weihnachten bei Dir zu essen?

 

Ich denke traditionell Raclette.

 

Wie feierst Du Weihnachten?

 

Leider habe ich am 24.12 Dienst und mache eine Nachtschicht, deshalb verschiebt sich das Weihnachtsessen auf den 25.12. Da wird dann alles nachgeholt.


Welchen Lauf hast Du als Deinen anstrengendsten Lauf in deiner Karriere im Kopf?

 

Das war der Transvulcania 2019. Zu Beginn bin ich ein sehr hohes Tempo angegangen, sodass bei km30 eigentlich der Ofen aus war. Von dort an waren es dann noch 45km bis ins Ziel. Da ich einen großen Fehler in der Verpflegung, aber auch die Hitze mir zu schaffen machte, hatte ich an diesem Tag sehr zu leiden. Ich rettete mich zwar irgendwie ins Ziel, zerstörte mir dadurch aber ziemlich meine Muskulatur und konnte dann eine Woche lange nicht richtig gehen. Ausgerechnet bei diesem Rennen wurde Dani Jung, Lukas Nägele und ich vom ZDF begleitet und sie dokumentierten mein Leiden während des Wettkampfs, alles auf Youtube einzusehen ;-) 

Transvulcania-Ultramarathon:

Schinderei auf dem Rücken des Vulkans | SPORTreportage - ZDF



Wie motivierst Du Dich während eines Wettkampfs, wenn Du schon am Limit bist?

 

An Motivation hat es bei mir noch nie gefehlt, meine Gedanken gehen dann in schwierigen Momenten immer an den Zieleinlauf. Klar, Höhen und Tiefen gehören in diesem Sport dazu, vor allem bei sehr langen Rennen, aber das Gefühl am Limit zu sein gefällt mir eigentlich sehr gut.

Hannes Namberger ist einer der besten deutschen Sportler im Trailrunning
Hannes Namberger

Welches Trailrunning-Event war Dein Saison-Highlight 2019?

 

Es war die Skyrunner Serie bei der ich an 4 Rennen an den

Start ging. Meine beste Leistung habe ich aber beim Royal Gran Paradiso gezeigt (4.Platz). Ein Highlight war aber auch der CCC (UTMB), da es mein erster 100km Lauf und ich mit Platz 12. in einem sehr gutem Starterfeld recht zufrieden war.

 

Auf welche sportliche Herausforderung freust Du Dich 2020?

 

Ich habe mir für 2020 zwei sehr lange Rennen ausgesucht, den Lavaredo Ultratrail und den TDS. Dazu kommen noch der Transvulcania, der Großglockner und evtl. noch ein paar andere Rennen…