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2. LIFE Streutaltrail

Am Sonntag den 10. November 2019 fand der 2. LIFE Streutaltrail statt. Für das Team Trailrunning24 startete Simone Gerstmayer.

Trailbericht von Simone

„Eine abwechslungsreiche Strecke durch das Streutal, gespickt mit schönen und anstrengenden Anstiegen, aber auch Bergabpassagen. Abgesehen von ca. 2 km Asphaltstrecke führt dich der Weg über Trail, -Wald und Feldwege. Dabei wartet an einigen Stellen eine tolle Aussicht auf die umliegenden Ortschaften bis hin zum Kreuzberg in weiter Ferne“. Das war der Headliner der Veranstaltung. Und man wurde diesbezüglich definitiv nicht enttäuscht.

by Simone Gerstmayer
by Simone Gerstmayer

Zusätzlich gab es für die ersten 200 Anmeldungen ein Funktionsshirt von Puma zum Starterbeutel, welcher mit diversen Dusch- und Waschmittelproben, alkoholfreiem Weizen und vielen Gutscheinen reichlich gefüllt war, dazu. Die Streckenbeschreibung klang sehr interessant für mich, da ich mich als begeisterte Trailläuferin abseits der Straße und Asphalt am Wohlsten fühle. Zum Ausklang meiner diesjährigen Ultralaufsaison, welche hart und auch sehr umfangreich gewesen ist, boten die beiden Streckenlängen von 10km mit 140 Höhenmetern und 14km mit 300 Höhenmeter die perfekten Voraussetzungen. Ebenso der Termin. Nachdem ich den genauen Standort vom Streutal erörtert hatte, meldete ich mich auf der Langstrecke an. Als Ultraläuferin muss ich immer etwas schmunzeln, wenn ich bei 14km von Langstrecke rede. Aber für den Saisonabschluss war es genau das richtige.

Das Streckenprofil war auch sehr nach meinem Geschmack. Es gab drei knackigere und längere Anstiege, der Rest der Strecke hatte eher ein welligeres Profil. Ich packte gleich noch zwei Laufanfänger aus meiner Laufgruppe mit ein, die ebenfalls auf der langen Strecke starteten. Es war ihr dritter Wettkampf überhaupt. Für Traileinsteiger bot die 10km Strecke eine gute Gelegenheit sich mit dem Traillaufen bekannt zu machen. Wir waren zeitig am Startort in Mittelstreu am Sportplatz. Vor Ort konnte man Laufschuhe der Firma ON testen, die mit einem Stand anwesend waren. Hier konnte jeder Läufer, der Interesse hatte, den neuesten Schuh gleich auf den Trails testlaufen. Ein besonderes Highlight, wahrscheinlich nicht nur für mich, war der Jack´s TastyBurger Food Truck, welcher ebenfalls am Sportplatz stand. Es war nicht nur mir vor dem Start bereits klar, dass ich davon am Ende auf jeden Fall einen essen musste, zumal es sechs verschiedene Burger zur Auswahl gab, incl einer vegetarischen Variante.

by Simone Gerstmayer
by Simone Gerstmayer

Nachdem die Startunterlagen abgeholt wurden, der Inhalt vom Goodiebag erkundet wurde, ging´s an die Startlinie. Bei 171 Läufern ist dies auch schön übersichtlich. Aber ich liebe solche kleineren und familiäreren Läufe sehr. Beide Strecken starteten gemeinsam. Die Stimmung war gut, es spielte Musik und der Moderator heizte den Läufern ein, was bei 3 Grad auch nicht verkehrt war. Ein letztes Racebriefing wurde abgehalten. Punkt 11 Uhr ertönte der Startschuss – es ging los. Und wie es los ging. Puh, das Tempo war zügig, sogar sehr zügig. Das vordere Starterfeld war nach sehr kurzer Zeit nicht mehr zu sehen. Es ging zunächst vom Sportgelände runter Richtung Ortschaft. Ich finde mich nach sehr kurzer Zeit auf einem schmalen Trail leicht bergauf wieder. Im Entenmarsch ging es dort im Laufschritt hoch. „Das fängt ja schon sehr toll an, super“ dachte ich mir bereits hier. Der Weg führte kurz durch dem Ort, vorbei an ein paar Fachwerkhäusern, einer alten bröckeligen Steinmauer, die mich irgendwie an eine Stadtmauer aus dem Mittelalter erinnerte, weiter Richtung Ortsausgang. Dort wurde der Weg breiter. Man konnte ohne größere Probleme überholen. Durch den Regen der letzten Tage waren die Wege rutschig und nass, was das Laufen auch etwas anstrengender und anspruchsvoller machte als auf trockenen Wegen. Nach gut 2km war der erste Anstieg geschafft. Es ging bergab. Schön auf engen Pfaden durch den Wald. Unten angekommen wartete schon die erste von vier Verpflegung auf uns. Schon von weitem tönte es „Wasser! Warmes und kaltes!“. Ich dachte mir „Wow, warmes Wasser, was für ein Luxus, das ist ja genial. Da hat einer mitgedacht“.

Trotzdem lief ich ohne Stopp weiter. Die Strecke führte weiter auf Feld und Schotterwegen. Verlaufen war so gut wie unmöglich, da die Markierung der beiden Strecken einfach super war. Blaue Pfeile für die Langstrecke, rote Pfeile für die Kurzstrecke. Zusätzlich wurden die Kilometer angezeigt . Auch bei besonders schlechten Wegabschnitten wurde mit einem Schild darauf hingewiesen. Der nächste Anstieg wartete auch nicht lange auf sich. Oben angekommen hätte man einen tollen Ausblick auf die umliegenden Dörfer und die Wiesen, Felder und Wälder gehabt. Leider war die Sicht durch die Wolken eingeschränkt. „Macht ja nix“ dachte ich mir. Immerhin regnete es nicht. Ich genoss trotzdem kurz den Ausblick. Weiter geht`s. Bei der nächsten Verpflegung erst einmal ein paar Fotos gemacht. Und wurde prompt mit„ Na du hast anscheinend Zeit, dass du hier fotografieren kannst!“ begrüßt. Natürlich hatte ich für Fotos Zeit, schließlich war genau das meine Passion heute. Da musste ich ein paar Extraminuten mit einplanen. Der nächste Anstieg, quer am Hang entlang, auf einem schönen Singletrail. Steine, Wurzeln, alles war dabei. Man konnte die Läufer die kurz vor dem Gipfel waren sehen. Da hoch geht es, fast wie im Gebirge. Herrlich. Der Blick wäre super gewesen, wenn der Nebel nicht gewesen wäre. Als ich oben ankam stand eine riesige Krone am Gipfel. Kurzes Fotoshooting, einmal außen rum und weiter ging`s wieder bergab. Über Feldwege und auf schönen Schotterwegen ging es durch den Wald wieder nach unten. Jetzt ist dreiviertel der Strecke geschafft. Nach 12km ging es einen letzten Anstieg rauf. Der zieht sich, die Beine werden langsam schwer, der Schotterweg lasst sich noch schön laufen, aber danach geht es senkrecht über eine Wiese hoch Richtung Wald. Vor mir läuft jemand mit einem Skeletttrikot. Den wollte ich noch einholen. Langsam und im gleichmäßigen Tempo näherte ich mich dem Skelett, überholte ihn und verschwand im Wald. Noch 200m dann war ich oben. Dort angekommen raste der Puls, aber ab hier ging es nur noch bergab. Die letzten Kilometer waren in Sicht. Ich ließ es im Downhill laufen. Genau das ist meine Stärke. Egal ob matschig, nass, unwegsam, Gelände oder Teer. Ein kurzer Stopp bei der Verpflegung. Schließlich wollte ich das warme Wasser wenigstens einmal testen. Es war toll. Danach ging es zum Endspurt, das Ende ist in Sicht. Am Ortsrand angekommen, kam ich wieder auf die selbe Strecke, auf der wir gestartet sich. Vorbei an den Fachwerkhäuschen, der Steinmauer und dem tollen Trail. Ich hörte schon die Stimme des Moderators im Ziel. Einmal noch über die Straße und schon laufe ich im Sportgelände ein und überquerte nach 1:23 Stunden die Ziellinie. Dort gab es eine tolle Holzscheibenmedallie mit eingebranntem Logo zum Finish. Immerhin konnte ich trotz der Fotostopps einen 1.AK machen und Gesamt 11. Platz.

by Simone Gerstmayer
by Simone Gerstmayer

Somit ist die Bezeichnung „abwechslungsreich, herausfordernd, aber landschaftlich sehr schön“ zu 100% treffend. Ich machte noch ein Foto an der Fotobox, ließ mir das Foto zur Erinnerung ausdrucken, holte mir ein Stück Käsekuchen und dann ging es ab unter die Dusche. Frisch geduscht gönnte ich mir einen Burger von Jack´s Tasty Food Truck, der mega mega lecker war. Die Siegerehrung und die Preisverleihung der Tombola fand sehr zeitnah an den Lauf statt, was ich sehr gut fand, da fast noch alle Läufer vor Ort waren.

Vielen Dank geht an Wolfgang Müller und sein Team, an die Helfer an den VPs, den Rettungskräften, der FFW und allen Helfern auf der Strecke. Es war eine tolle Veranstaltung, welche zusätzlich noch einen guten Zweck erfüllt. Von jedem Läufer, der eine vorgegebene Laufzeit unterbietet, werden 5 Euro an die DBA Selbsthilfegruppe gespendet. Die DBA (Diamond Blackfan Anämie) ist eine schwerechronische Blutarmut, die auf einer bisher nicht geklärten Störung der roten Blutzellenbildung im Knochenmark beruht.