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MegaMarsch Nürnberg 2019

Am 02. November 2019 starteten bei der ersten Ausgabe des "MegaMarsch Nürnberg" rund 2.500 Teilnehmer.

Hier galt es eine Strecke von 50km in 12 Stunden zu wandern. Die Strecke startete in Nürnberg und endete mit dem Ziel in Neumarkt in der Oberpfalz. 

©MegaMarsch
©MegaMarsch

Für das Team Trailrunnig24 machten sich Melanie Bergmann & Daniel Klinner auf den Weg zu Ihrer ganz persönlichen Challenge.

Die Erfahrungsberichte und wie es den Beiden erging kannst Du hier lesen:


Bericht von Melanie Bergmann

By Daniel Klinner
By Daniel Klinner

„Es regnet, es regnet die Erde wird nass“ –Aber nur ein bisschen! Für unseren MegaMarsch von Nürnberg nach Neumarkt i. d. O. hatte uns das Wetter all seine Facetten gezeigt. Auf der Fahrt nach Nürnberg war es noch sehr regnerisch, dennoch war ich zuversichtlich heute nicht zu sehr nass zu werden. Am Treffpunkt angekommen, war das Wetter auch erst einmal vergessen. Vor uns lag eine lange Schlange an Leuten, die ihr Starterpaket abholen wollten und ich war sehr dankbar darüber, dass mein Laufpartner unsere Pakete bereits vorher bei „Globetrotter“ abholte. So liefen wir gelassen zum „Start“. Um kurz nach 9 Uhr war es dann endlich soweit. Gerade als die Textzeilen „Und wenn ich glaube, meine Beine sind zu schwer, dann geh‘ ich nochmal tausend Schritte mehr“ von Tim Bendzko‘s Song „Hoch“ aus der Musikbox zu hören waren, begannen wir unsere ersten Schritte Richtung „Ziel“ zu laufen -50 km entfernt. Die ersten 8 km vergingen fast wie im Flug. Die Füße wurden aktiviert, der Kopf war mental darauf vorbereitet die nächsten Stunden Fußmarsch zu meistern. Kurz vor der ersten Verpflegungsstation (die etwas abgelegen von unserer Route war und einen kleinen Umweg kostete),

begann es dann auch zu regnen. Unsere erste Verpflegungsstation hatte reichlich an Leckereien. Von Toastbrot, Milchbrötchen, Wurst, Marmelade, Bananen über Gummibärchen und Smoothies, es war für jeden „Marschler“ etwas dabei.

Getränketechnisch waren guter Tee und Kaffee reichlich vorhanden. Auch ausreichend Wasser zum Nachfüllen der Trinkbehältnisse war gestellt. Es ging also weiter Richtung Neumarkt. Erfreulicherweise hörte es auch auf zu regnen.

Ab ca. Km 10 liefen wir den „Ludwig-Donau-Main-Kanal“ entlang. Als wir bereits die nächste Versorgungstation vor uns hatten, beschlossen wir uns lediglich für einen kurzen Check-Up unserer Ausstattung und nahmen die nächsten Kilometer auf. Es ging immer weiter den Kanal entlang. Die vielen Brücken und das Gewässer, allgemein die Landschaft, ließen zu Beginn unsere Augen von einem Fleck zum anderem wandern und wir genossen es sehr. Später dann war ich allerdings froh darüber, einen Panoramawechsel zu haben (wir liefen einige Zeit auf einer Landstraße). Schließlich kamen wir, nach ca. 24 Kilometern, an der „Powerstation“ an. Es gab alkoholfreies Radler. Ich nutzte die Zeit um meine Füße zu versorgen. Ich kam leider in den Genuss zu erfahren, wenn es heißt Blaseeeenalarm. Mein rechter Fuß fing an zu schmerzen. Aber alles halb so wild, weiter geht es.

Nach und nach konnte ich immer mehr „Marschler“ beobachten, die am Wegrand ebenfalls ihre „wehwehchen“ am Fuß

verarzteten. Nach 5 Stunden hatten wir die Hälfte unseres Weges zurückgelegt. Wir marschierten munter weiter, und es setzte mein erster und einziger Tiefpunkt ein. Als ich die 25 km überschritten hatte, kam die Müdigkeit zum Vorschein. Ich musste mich etwas auf meinen Weg konzentrieren und meinen Kopf etwas trimmen um sich auf die weiteren 25 km richtig einzustellen. Glücklicherweise hielt diese Phase nicht länger an und wir liefen vom Kanal weg über eine Straße um letztendlich wieder am Kanal entlangzulaufen. An unserer 3. Verpflegungsstation war dann nochmals die Gelegenheit ausreichend Kraft zu tanken. Als der Bauch und die Trinkblase im Rucksack wieder gut gefüllt waren, ging es motiviert weiter. Immer wieder wurden meine Füße von mir verarztet, damit sie mich sicher ans Ziel bringen können. Die Kilometerzahl steigt und die Stunden auf den Beinen machen sich allmählich bemerkbar. Allerdings machte sich auch die Sonne bemerkbar, sodass sich der MegaMarsch zwischenzeitlich wie ein herrlicher Herbstspaziergang anfühlte. Bis Km 35 war ich voller Elan und meine Powerkurve stets im oberen Bereich. Nur noch 15 km bis zum Zieleinlauf. Der Nebel auf dem „Ludwig-Donau-Main-Kanal“ verdichtete sich, es fing an zu dämmern und es wurde auch um uns herum ruhiger. Die „Marschler“ stellten sich so langsam auf die Dunkelheit ein. Die Stirnlampen leuchteten uns fortan den Weg. Ich weiß nicht ob es an der Dunkelheit lag, aber kurz nach unserer letzten Verpflegungsstation bei Km 38 (die einzige Station mit Musik, das fand ich schön, denn mich motivierte

das sehr) um genau zu sein, als ich das Schild mit der Zahl 40 KM sah, war es geschehen. Die Kraft ließ nach, die Beine wurden schwerer. Mein Laufpartner und ich gingen die letzten 10 Kilometer mit durchaus gemischten Gefühlen. Der Bewegungsapparat war die letzten Stunden auf nur ein Bewegungsmuster fokussiert und wollte so langsam nicht mehr weiter laufen. Es hieß also ab diesem Zeitpunkt „beißen“. Im Kopf dreht sich nur noch alles um das Ziel, das noch einiges an Schritten entfernt war. Die letzten Kilometer standen an. Angekommen in der Ortschaft „Berg“ war uns aber trotzdem noch sehr zum Lachen und wir freuten uns auf den Zieleinlauf. Wir spornten uns nochmal gegenseitig an, es sei nicht mehr weit. An Kilometer 45 angelangt, war unterhalb der Hüfte schon alles ziemlich schmerzhaft, aber es waren ja nur noch 5 Kilometer. Fünf Kilometer, die es nochmal in sich hatten. Zwischenzeitlich stand eine Frau mit einem Körbchen mit Bonbons am Wegrand und feuerte uns an. Es saßen auch vier Leute auf einer Bierbank mit einer kleinen Feuerstelle aufgebaut um uns „Marschlern“ nochmal die nötige Motivation mit auf den Weg zu geben. Ich war ihnen für diesen Motivationsschub sehr dankbar. Weiter machten wir uns auf zur Zielgeraden. Auf dem Boden waren die 100 Meter Schritte markiert und in weiter Ferne ertönte schon Musik. Das Ziel ist wirklich nahe. Und als wir es sahen war ich unfassbar stolz auf uns, denn wir hatten es geschafft in 10 Stunden unseren MegaMarsch von Nürnberg nach Neumarkt zu laufen.

 

Es war MEGA und einfach nur eine tolle Erfahrung!

„Und wenn ich glaube, meine Beine sind zu schwer, dann geh‘ ich nochmal tausend Schritte mehr“ –wahre abschließende Worte!



Bericht von Daniel Klinner

By Melanie Bergmann
By Melanie Bergmann

Samstag 02.11.19, um 5:30 Uhr hieß es aufstehen und fertig machen für den MegaMarsch Nürnberg.

Als ich aus dem Fenster sah, strömender Regen... Was sollte das nur für ein Tag werden ?! Ich machte mich also erstmal fertig, zog mich an und frühstückte. Danach packte und kontrollierte ich meinen Rucksack, um auf alles vorbereitet zu sein. Schließlich war es mein erster MegaMarsch.

Um 7:30 Uhr fuhren wir los, holten meine Laufpartnerin und danach ging es ab nach Nürnberg. Dort angekommen wurde das Wetter immer besser und es regnete nicht mehr. Auf dem Weg zum Event waren immer mehr Leute anzutreffen, die das gleiche Ziel hatten wie wir, nämlich die 50 km nach Neumarkt zu wandern. Das Starterpaket hatten wir vorher in Nürnberg bei Globetrotter abgeholt und so mussten wir

uns nicht mehr anstellen, sondern konnten direkt zum Start laufen.

 

10....9...8....7..6..5..4..3..2..1....

 

pünktlich um 9:00 Uhr startete unsere Gruppe. Auf den ersten Kilometern spürte ich noch das letzte Wochenende, als ich die 30km zur Probe gelaufen bin. Ab Km 8 war dann die erste Versorgungstation, leider ca. 300 Meter vom Weg entfernt. Dort fand man dann aber alles was das Herz begehrt, von Wurst bis Brot über Gummibärchen, Riegel,

Tee, Kaffee usw. Nach einer kurzen Stärkung ging es auch schon weiter. Wir liefen erst an der Straße, bis die Hauptstrecke an einem Kanal entlang ging. Bei Km 14 ließen wir die

Versorgungsstation aus und machten nur einen kurzen Check unserer Ausrüstung. Selbst die Sonne kam raus und es wurde bis zu 16 Grad warm, trotz der vielen schlechten Wettervorhersagen. Eine "Powerstation" gab es dann bei Km24 mit alkoholfreiem Radler, wovon ich mir eins gegönnt habe "LECKER". Im Anschluss ging es weiter zu Versorgungspunkt 3, welcher bei ca. Km 30 war und wieder keine Wünsche offen lies. Wir zogen über eine Landstraße weiter und langsam merkte man in den Beinen, dass man schon etwas länger läuft =). Von der Straße weg, ging es wieder am Kanal entlang und allmählich wurde es auch schon dunkel. Über 8 Stunden auf den Beinen, kamen wir zur letzten Versorgungsstation bei ca. Km38. Dort hieß es nochmal: Beine locker machen, Stirnlampe auf und ab in die Nacht. Die Beine wurden schwerer und die

Füße taten langsam weh, trotz alledem zogen wir das Tempo weiter an, um endlich im Ziel anzukommen. Bei Km 43-47 gab es eine Umleitung, die nicht weiter störte und uns an einer Hauptstraße entlang führte. Langsam tat alles weh, noch nie zuvor sind wir so lange am Stück gelaufen. Um die Beine fit zu halten und anders zu belasten joggten wir zwischendurch immer mal wieder ein paar Meter, um nicht ganz zu versteifen. Wir kamen dem Ziel immer näher, die Gespräche wurden weniger und man merkte, jeder ist am Kämpfen. Ein paar Unterführungen und Fußgängerwege später kamen die letzten Schilder an den

Laternen: 1000 Meter noch ....... langsam sah man immer mehr Lichter und man hörte Menschen und Musik. Dann war es zu sehen: Das Ziel. Wir liefen hin, machten Bilder und waren MEGA froh, es  geschafft zu haben. Insgesamt benötigten wir ein wenig unter 10 Stunden, inklusive Pausen. Wir bekamen unsere Medaillen, Urkunden und einen Stempel im Wanderpass.

Glücklich und stolz gingen wir mit letzter Kraft zu unserem Auto und wurden zum Glück nach Hause gefahren.

 

Zum Schluss gibt es noch folgendes zu sagen: tolles Event, super Verpflegung, gutes Wetter und gut geplante Stecke. 

Als kleinen Wunsch von mir für den nächsten "MegaMarsch Nürnberg" würde ich mir noch ein paar Waldpfade mehr wünschen;)

 

Ein riesen Dank geht an alle Helfer und natürlich an Trailrunning24 für die Möglichkeit der Teilnahme.


Wann hast Du Dich zuletzt so richtig herausgefordert?

 

Wann hast Du das letzte mal Deine Komfortzone verlassen und etwas Verrücktes gemacht?

 

Der MegaMarsch bietet die Möglichkeit Deine eigenen Grenzen kennenzulernen und zu sprengen.