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Rennbericht Tour de Tirol

Da bekomm ich vor ein paar Wochen eine Nachricht von der Manuel Dietzinger (@trail.icious), ob ich für sie einspringen könnte bei der Tour de Tirol, dem Laufklassiker in Söll, weil sie ihren Startplatz von trailrunning24 nicht antreten könne, weil sie zu weit weg sei, nämlich in Vietnam. Ich hatte das Rennen gar nicht auf dem Schirm, hab mir die Teilnehmerinfos im Internet angeschaut und ihr dann dankend zugesagt.Nun war ich angemeldet für die Trail Triologie in Tirol Anfang Oktober. Freitag ein Warmmacher mit 10km, Samstag der Kaisermarathon und Sonntag der Pölven Trail, ein knackiger 23km Berglauf.  

Oktober kam näher und mein Arbeitgeber machte mir einen Strich durch die Rechnung. Ich musste Samstag arbeiten...

Nun gut, das Event wollte ich mir dann aber trotzdem nicht gänzlich entgehen lassen und somit bin

ich nur für den Sonntagslauf, den Pölven Trail nach Söll gefahren. 

Foto: Susanne Viehweger
Foto: Susanne Viehweger

Mein Wecker ging um 6 Uhr, Frühstück und dann vom Schliersee nach Söll zur Startunterlagenausgabe. Fix hatte ich meine Startnummer und konnte mich zur Startlinie ins Ortszentrum bewegen. Nachdem der Wetterbericht unter 10 Grad angesagt hatte, aber keinen Regen, entschied ich mich für lange Hose, Longsleeve und Handschuhe. Noch 10 Minuten zum Start, das Racebreefing fand gerade statt, da bemerkte ich, dass keiner Stecken bei sich hatte. Komisch. Ich fragte den Läufer neben mir und er meinte doch tatsächlich, dass Stecken verboten seien. Oh nooo. Noch 2min zum Start. Ich spurtete zurück zum Auto, um meine Stecken los zu werden und war just in time für den lauten Knall zurück. Im Racebreefing wurde noch gesagt, dass es nicht wie erwartet 23km seien, sondern 25km, wegen einer kleinen Streckenänderung. Zu dem Zeitpunkt dachte ich mir noch „okay, kein Problem“. Die Strecke ging sehr schnell bergauf, war also nichts mit flach einlaufen. Recht schnell haben wir dann die asphaltierte Straße verlassen, weiter ging es auf Trails und Schotterwegen. Die Strecke hat mir sehr gut gefallen, gerade diese schmalen Waldpfade mit etwas Auf & Ab sind mein Favorit. Ab Km 9 hatte ich mit einer Verpflegungsstation gerechnet. Die blieb aber leider aus. Als es nach Km 11 immer noch nichts zu Trinken gab, kam ich mit meinem Vordermann ins Gespräch. Er meinte dann, dass das falsch im Internet steht und vertröstete mich auf „bald“. Und endlich die erste Jausenstation. Brühe & Kartoffeln gabs für mich, herrlich. Die nächste Foodstation kam dann recht schnell. Hier war ein Highlight der zwischen zwei Baggern aufgeschüttete Erdhaufen, den es zu überqueren galt. Die Stimmung an den Stationen war genial. Viele Leute da und alle gut drauf, das pusht einen nochmal richtig. Zwischendurch gab es immer wieder Schotterstraßen mit einer absolut fiesen, leichten Steigung. 

Foto: Susanne Viehweger
Foto: Susanne Viehweger

Alle 3 Meter musste ich mich auf’s Neue entscheiden zu gehen oder doch anzutraben. Wie habe ich mir hier meine Stecken herbeigesehnt. Ich habe einen heiden Respekt und ziehe den Hut vor all denen die das durchlaufen. Diese Abschnitte waren für mich die größte Qual. Bis zum Schluss ging es immer mal wieder ein Stück bergauf. Am Ende nochmal gach steil durch den Wald. Hier brennen die Beine. Irgendwann hörte man den Moderator der letzten Verpflegungsstation. Super! Von hier nur noch 2km Downhill. Einige haben diese Station ausgelassen, ich habe mir 3 Tee reingeschüttet. Nun ging es an den Endspurt, durch das Dorfzentrum. Der direkte Weg zum Ziel wäre aber auch zu einfach gewesen. Die Strecke führte nochmal in einer schönen Schleife, an der Feuerwehr vorbei, durch ein paar Gassen, bis endlich die Zielgerade in Sicht war. Über 26km zeigte meine Uhr jetzt an. Der letzte war wirklich fies. Der Zieleinlauf war ein wahres Fest, eine Gasse mit Leuten links und rechts am Applaudieren. Absolut glücklich über die Finishline.

 

Im Zielbereich wartete dann noch ein ganz besonderes Schmankerl. Apfelstrudel ohne Ende! Was kann man sich Besseres wünschen als Zielverpflegung.

 

Nachdem kein Strudel mehr Platz hatte in meinem Bauch, bin ich dort beim Fußballplatz direkt duschen gegangen und im Anschluss war auch gleich die Siegerehrung. Die schnellste Frau Kibebo aus Äthiopien ist diesen Trail in 2:22 gelaufen, irre.

Als Finishergeschenk gab es eine Beanie Mütze, die richtig stylish ist.

Da kann der Winter kommen.

 

Foto: Susanne Viehweger


Fazit

Mir hat die Veranstaltung sehr gut gefallen und ich komme bestimmt wieder! Am besten war es für mich, dass es fast keinen Asphalt gab. Vielen Dank an all die fleißigen Helfer, die Bergwachtler, die Zuschauer und natürlich an den Veranstalter selbst.

 

Rennbericht - By Susanne Viehweger