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Balsam für die Trailrunnerseele: TAR-Luft Schnuppern !!

By @Manuela Dietzinger
By @Manuela Dietzinger

 

Balsam für die Trailrunnerseele: TAR-Luft Schnuppern !!

 

 

 

Schon wieder über eine Woche her: der Zieleinlauf für viele Trailrunner in Sulden am Ortler. In diesem Jahr leider nicht für mich. In den Jahren 2017 & 2018 hatte ich das Vergnügen das volle Programm des Transalpine Runs im ganzen Maße und allen Variationen der Freude und des Leidens an sieben Tagen, mit ca. 16.500 hm und knapp 270 km genießen zu dürfen! 2019 hatte ich mich irgendwie bewusst dagegen entschieden. Nach einem Jahr mit unzähligen Wettkämpfen, hatte ich den Gedanken, trotz 15-jähriges Jubiläum des TARs, das Saisonende etwas entspannter zu gestalten und keine ganze Woche über die Alpen zu rennen. Nichts ahnend, wie sehr ich bei den vorfreudigen Insta- und Facebooks-Posts leiden würde…

 

Umso glücklicher war ich, dass ich als Gastläuferin und „Presse“ für das Team „Silberpfeil“ Energiedrink für eine Etappe an den Start gehen durfte. Die Wahl der Etappe fiel einfach: natürlich die längste Etappe -die sogenannte Königsetappe mit 47km und 2.950 hm von Landeck in Österreich nach Samnaun in der schönen Schweiz. Was für ein Glück ich doch hatte: Diese fiel auf den Dienstag, laut dem der Wetterbericht der beste Tag  mit 17 Grad und Sonnenschein pur! Regen beim Trailrunning-Race mag ich einfach nicht. M.E. einfach nur blöd, wenn man über 6h unterwegs sein wird. Okaaay…mememeeee! ;P

By @Manuela Dietzinger
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Zum 4. Etappenstart nach Landeck reiste ich natürlich bereits am Montagabend an. Dort im Zentrum der schönen Inntalstadt angekommen konnte ich schon die ersten bekannten Gesichter im Zielbereich in Empfang nehmen. Ach, da kamen gleich wieder die Emotionen aus den vergangenen Jahren hoch: Tränen, Lachen, Ehrgeiz, Motivation, aber auch gelegentlich „Raufen“ mit dem geliebeten Teampartner. Die Westroute durfte ich zudem bereits 2017 erkunden.

 

Auch, wenn ich nur einen Tag laufen würde, stand nach Begrüßung von Chris Lehnert (meinem  Teampartner des Silberpfeil-Teams) nun doch etwas Carbloading an. Eingedeckt mit Silberpfeil Energy Drinks, leckerer Tortenstückchen, Ananas und Focaccia mit Gemüse aus dem Zielbereich machte ich mich allerdings erstmal auf den Weg zu Outdoorphysio - alte Bekannte besuchen! Sehr wichtig, denn wer den TAR schon mal gemacht hat, weiß Bescheid: ohne den Massage- und Tapinggötter aus Markus Team würde der eine oder andere schon recht früh aufgeben müssen. Danach natürlich Pastaparty!! Freude! Denn dieses Mal mit leckeren Reisgerichten ;)

 

 

 

Start in Landeck am Dienstag morgen um 7:00 Uhr. Alle wusln mehr oder weniger aufgeregt in der Gegend rum. Schlange an der Toilette. Neulinge stehen meist schon eine Stunde vor dem Start gestriegelt und bereit. Meinereiner kommt dann halt nach panischer Parkplatzsuche 10 Min vorher an den Startbereich. Reicht doch auch, oder? ;) Pipi, Prüfung der Pflichtausrüstung, von Startblock C auf B vorgeschummelt. Check. Und natürlich täglich grüßt das Murmeltier: Der Lieblingssong aller TAR-Teilnehmer „Hiiiiighwaaaay to hell“ ertönt. (Meine bseondere Emotion dazu: Grumpy.) Motivationsrufe vom Moderator. Und baaam… Startschuss. 300 Teams, 600 Läufer setzen sich gemeinsam im Massenstart Bewegung. Einfach unglaublich: 3 Tage und knapp 90km sitzen schon in den Knochen und Muskeln der meisten Läufer und trotzdem: jeden Tag aufs Neue heizen alle drauf los, als ging es um einen 10k Lauf. Es gilt schnell nach vorne. Jetzt heißt es, an die Spitze der Truppe zu kommen, ansonsten steht man beim Singletrail im Stau. Also Hopp hopp. Mein angedachter Für- einen-Tag-TAR-Lauf-Partner war eeetwas flotter als ich und hat sich als Für- einen-KM-TAR-Lauf-Partner entpuppt.

By @Manuela Dietzinger

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Gut für mich, denn mein Plan eine TAR-Etappe, im Vergleich zu den letzten Jahren, mal entspannt und ohne Druck zu laufen, ging auf hihihi. Einfach auufi, die Sonne und die Natur genießen, Fotos machen, Melonen und Kuchen futtern, ein Tänzchen mit der Medical Crew und hier und da ein Schwätzchen. Die Stimmung beim TAR auf der Strecke ist einfach nicht mit anderen Races vergleichbar. Dadurch, dass man einfach 7 Tage lang im Team laufen darf/muss ist es einfach entspannter. Da liegt die Herausforderung für die meisten darin: als Team zusammenhalten, Spaß haben, gemeinsam & unverletzt die täglichen Etappen zu meistern und vor allem sich gegenseitig nicht abzuschießen! ;)

 

 

 

Hahaha, naja nicht gaaanz gemächlich, den Frau will ja auch mal ankommen. Soweit so gut: da kam er auch schon der erste schöne fette Anstieg. Nach den ersten flachen 5 km galt es zunächst geballte 1.400 hm auf ca. 10 km zu erklimmen. Yeah, so mag ich`s… einfach hooooooch! Die Sonne und schummriger Nebel war zunächst meine Begleiter. Einfach wunderschön und mystisch. Ach, so ein Genusslauf ist schon was Schönes. Viele fragten mich allerdings tatsächlich, warum ich heute „so langsam“ unterwegs sei. Da deutete ich auf meine Startnummer und sagte entspannt: „Heute als Presse unterwegs - außerhalb der Wertung!“ Aber zügig war es dann trotzdem irgendwie, denn tingeln dauert mir einfach zu lang und an jedem Gipfel gibt`s beim TAR nicht immer nur einen schönen Ausblick, sondern auch lecker Foodstations und lustige Leute mit Musik, die einen lautstark anfeuern. Einfach Gänsehautfeeling! Nach #auffi kommt natürlich auch #obi. Wer mich kennt, weiß, dass ich runter gar nicht langsam kann. Also Zeit gutmachen, 10km und von 2450 Metern über dem Meeresspiegel runter auf knapp 1.950hm, um dann wieder auf weiteren 10km hoch auf knapp 3.000 hm zum Hexenkopf. Joa, des g`spierst dann scho (bemerkt man dann schon) die dünne Luft da oben. Aber die klare Aussicht mit Sonnenschein auf Berg, Tal, Seen und natürlich aufs Ziel lässt einen die Anstrengung und das Leiden (das bekanntlich zum Ultrarunning dazugehört) einfach vergessen. Vor allem kam für mich wieder einmal runterlaufen und den ein oder anderen einholen, der mich bergaufwärts ganz easy hat liegenlassen. Aber leider hatte dieser wundervolle Downhill an der letzten Foodstation und nach 40km ein jähes Ende. Die letzten 7 Kilometer waren ab dem Zeitpunkt einfach nur „igitt“! Konsequent laufbar mit immer wieder schönen kleinen Anstiegen und dem beim TAR bekanntlich nieeemals endenden letzten Kilometer. Blöde Frage,liebe Plan B-Team: was ist eigentlich Euer Plan hinter dieser seltsamen Streckenmarkierung??? Der letzte Kilometer ist einfach nie ein Kilometer…!!! Gefühlt mind. 3 und tatsächlich irgendwas um die 1,8 km. Tatsächlich bin ich dann doch noch in ca. 7:15 h im Ziel angekommen! Woop… und meine PB aus dem Jahr 2017 um glatte 3h unterboten! Haha…okayy, damals mit Bänderriss gelaufen. Aber immerhin. Im Ziel von Samnaun endlich wieder Futter & Freunde, Beine hoch und die Sonne und Wärme genießen. Am Abend ging`s dann via Gondel zur besten Pastaparty des TARs der Westroute auf den Berg. Warum? Weil einfach mit Gondel auf den Berg fahren ohne schlechtes Gewissen, Buffet mit Suppe, Salat, Fleisch, Pasta, Reis, Käsespätzle… und natürlich diversen Desertvariationen! Was will man mehr!?  ;)

 

Danach schmeckt das Racebriefing für den Bergsprint am nächsten Tag gleich viel besser.

 

Diesen, sowie auch eine zusätzliche Auffahrt mit der Seilbahn zum Zielbereich durfte ich dann am nächsten Tag noch als Cheerleader genießen. Auch schön…so oben am Berg mit Sonne und tatsächlich nochmal Buffet ;) 

By @Manuela Dietzinger
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Auch wenn es nur ein Tag Transalpinefreude war: es hat mal wieder richtig Spaß gemacht die gute Luft DES Etappenrennens schnuppern zu dürfen! Vielen Dank an Silberpfeil Energydrink und an PlanB für das tolle Gastlaufgeschenk. Und auch an Markus Biegel von Hoka für Du weißt schon..und so ;) Macht einfach immer Spaß mit Dir! Ich habe diese zwei Tage genossen und freue mich schon unglaublich auf 2020, wenn mich dann wieder täglich das Murmeltier mit „Highway to hell“ grüßt!

 

 

 

 

 

 

 

 

Trail Report /Racebericht

Transalpine Run / 3. September 2019,

Landeck nach Samnaun

von Manuela Dietzinger (instagram: @trail.icious )