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adidas INFINITE TRAILS World Championships – Knappes Frauenfinish nach 127 Kilometern in den Gasteiner Alpen – Silber für Kim Schreiber aus München

Der Frauenwettkampf bei den adidas INFINTE TRAILS World Championships hatte ein leicht dramatisches Ende zu bieten. Am Ende jubelten Yngvild Kaspersen (NOR), Ekatarina Mityaeva (RUS) und Jasmin Nuninge aus der Schweiz über den Titel im TeamStaffelrennen. 15:48:22 Stunden hatten sie benötigt für 25 Kilometer mit 1.900 Höhenmetern, 60 Kilometer mit 3.600 Höhenmetern und 40 Kilometer mit 2.100 Höhenmetern sowie eine Ehrenrunde im Zielort Bad Hofgastein. Damit verwiesen sie Sheila Avilés (ESP), Abby Hall (USA) und die Münchnerin Kim Schreiber auf Rang zwei, die nach 15:53:11 Stunden den Titel knapp verpassten. Auf Rang drei kamen die Spanierinnen Alba Xandri und Roser Espanol mit ihrer österreichischen Teamkollegin Silvia Puigarnau (17:15:30 Stunden). Der Mixed-Titel ging nach Deutschland und die Schweiz.
 
Das Finale im Damenrennen hatte definitiv dramatische Züge, da Kim Schreiber als Schlussläuferin einen Vorsprung von 19:33 Minuten hatte. Dieser schmolz über die 40 Kilometer komplett und die 24-Jährige Studentin aus München musste Nuninge ziehen lassen. „Das tut mir wirklich leid für meine Teamkolleginnen“, sagte eine geknickte Schreiber im Ziel. „Aber ich war nahezu leider leer. Ich hatte schon vorher Respekt vor der Hitze und bin auch nicht mit ihr zurechtgekommen, sondern leicht dehydriert.“ Ihre Mannschaftskameradinnen machten Schreiber indes keine Vorwürfe, sondern versuchten sie zu trösten und wieder aufzurichten.
 
Hochstimmung bei den Mixed-Siegern Deborah Chiarello (SUI) und zwei Deutschen

Deutlich besser war die Stimmung bei Deborah Chiarello (SUI) und den beiden Deutschen Adrian Niski (Innsbruck) und Marcel Höche (Bad Lauterberg). 14:51:54 Stunden waren gleichbedeutend mit dem Sieg in der Mixed-Wertung bei den adidas INFINITE TRAILS World Championships. „Wir sind sehr zufrieden“, erklärte Höche. „Wir hatten uns das Podium zum Ziel gesetzt, aber nach dem Prolog sah es so aus, als ob das vielleicht sogar etwas vermessen erscheint. Wir sind trotzdem in der Hoffnung auf einen der ersten drei Plätze angetreten und jetzt können wir richtig feiern.“ Silber und Bronze blieben im Gastgeberland. Zweite wurden Annemarie Begusch, Markus Stock und Werner Sturm aus Österreich (15:51:48 Stunden). In die Alpenrepublik ging auch die Bronzemedaille, die jeweils ihren Weg um die Hälse von Stephanie Kröll, Martin Kaschmann und Patrick Hörhager fand (16:09:57 Stunden).
 
Machtdemonstration von Prologsiegerin Sheila Avilés

Bei den Damen hatte Yngvild Kaspersen die Ehre, das Rennen zu eröffnen. Die Norwegerin betrat um 4:08:58 Uhr die adidas INFINITE TRAILS-Bühne, vor Sheila Avilés aus Spanien und

deren Landsfrau Alba Xandri. Avilés, Prologsiegerin am Donnerstag, machte aber schnell klar, dass sie vorhatte, diesen Lauf über 25 Kilometer für sich zu entscheiden. Aus 36 Sekunden Rückstand machte sie auf den ersten zwei Kilometern bereits 15 Sekunden Vorsprung. Im Ziel waren es überraschend deutliche 23:59 Minuten, die sie Abby Hall (USA) gegenüber Ekatarina Mityaeva (RUS) mit auf den Weg gab. Auf Rang drei übergab Xandri den imaginären Staffelstab weitere 32:06 Minuten später an Roser Espanol, eine weitere Spanierin.
 
Überraschendes tat sich auch in der Mixed-Kategorie. Als erstes ging Elena Nurgalieva aus Russland auf die 25 Kilometer-Strecke. Knapp drei Minuten später folgte Rina Kurosawa aus Japan, weitere gut dreieinhalb Minuten danach eröffnete Deborah Chiarello aus der Schweiz ihr Teamrennen. Aus deutscher Sicht erfreulicherweise hatte die Schweizerin einen sehr starken Tag. Sowohl bergauf zum Gamskarkogel als auch wieder bergab nach Bad Hofgastein nahm sie der Konkurrenz Zeit ab. Der Vorsprung auf die zweitplatzierte Österreicherin Stephanie Kröll, auf Mixed-Rang sieben gestartet, betrug im Ziel 3:37 Minuten. Nurgalieva hatte offenbar schlechte Beine und rettete noch Rang drei, aber mit fast zehn Minuten Rückstand auf die Spitze.
 
Leise Aufholjagd der späteren Champions in Laufrunde zwei

Über die 60 Kilometer der zweiten Laufrunde setzte sich die Dominanz des Spitzenteams zunächst fort. Auch Abby Hall zeigte ihre Klasse. An der Reihenfolge nach dem Wechsel änderte sich nichts, aber die ohnehin schon großen Abstände wuchsen jeweils weiter an in der ersten Rennhälfte. Ekatarina Mityaeva wehrte sich jedoch. Je länger das Rennen andauerte, desto mehr Zeit machte sie auf Hall wieder gut. Der Vorsprung der Amerikanerin nach einer Rundenzeit von 7:56:25 Stunden blieb aber komfortabel. 19:33 Minuten nachdem Kim Schreiber für die erste Staffel die Schlussrunde angegangen war, folgte Jasmin Nuninge aus der Schweiz. Silvia Puigarnau begann ihren Lauftag weitere gut 50 Minuten später. „Es war wunderschön, heiß und hart zugleich. Ich konnte mich aber gut auf die schöne Umgebung fokussieren und so den Schmerz ein wenig zu vergessen. Und all die vielen Leute, die mich angefeuert haben, da sind mir Schauer über den Rücken gelaufen“, resümierte die Amerikanerin Hall ihren erfolgreichen Lauf, auf dem sie sich auch mit Schneebällen auf den Berghöhen gegen die Hitze schützte.
 
Schweizerisch-Deutsches Mixed-Team marschiert weiter

Adrian Niski konnte in der Mixed-Kategorie die Vorgabe von Deborah Chiarello eindrucksvoll nutzen. Deutlich setzte er sich von den Mitstreitern aus Österreich ab. Hinter ihm marschierte Markus Stock, ebenso aus Österreich, durch die Trailrun-Reihen. Zur Halbzeit hatte er sechs Ränge gutgemacht und auch Landsmann Matthias Kaschmann überholt.  Folgerichtig schickte aber Niski Marcel Höche als Führenden in die letzte Runde. Das tat Markus Stock mehr als 45 Minuten später auch mit Werner Sturm. Andreas Thumm hatte sich mittlerweile auf Rang drei vorgearbeitet für seine Mannschaft. 
 
Dramatischer Verlauf des letzten Parts im Damenrennen

Jasmin Nuninge hatte 40 Kilometer für eine Aufholjagd, mit der sie selbst gar nicht mehr gerechnet hat. Aber ohnehin machte sie gleich mächtig Dampf und verkürzte ihren Rückstand auf Kim Schreiber auf den ersten acht Kilometern um stolze vier Minuten. Nach 15 Kilometern hatte sie weitere vier Minuten gutgemacht. Diese Entwicklung ging so lange weiter, bis die Schweizerin den Vorsprung egalisiert hatte und den Titel lief. Am Ende waren es sogar 4:49 Minuten auf eine entkräftete und dehydrierte Schreiber. Diese zwang sich zwar noch zu einem Lächeln beim gemeinsamen Zieldurchlauf, aber dieses wirkte deutlich gequält. „Ich war mir nicht sicher, wie gut ich laufen könnte und auch etwas überrascht, wie schnell der Rückstand kleiner wurde“, erklärte Nuninge nach dem Gold-Rennen. Dann habe ich zugelegt und war zusätzlich motiviert, weil meine Teamkolleginnen eine so tolle Vorarbeit geleistet hatten.“ 
 
Um die Wette strahlte Marcel Höche mit seinen Mannschaftskollegen. Den satten Vorsprung vergrößerte er gar noch, so dass die neuen adidas INFINITETRAILS Champions eine Stunde warten konnten, um den Zweitplatzierten zu gratulieren. Werner Sturm lief seine Mannschaft zu Silber, Patrick Hörhager folgte 15 Minuten nach ihm auf Rang drei. „Unerwarteterweise hat uns Deborah als erstes Team ins Ziel gebracht“, so Höche, der vor allem vor den nach dem Prolog führenden Russen großen Respekt hatte. „Aber Adrian gab mir dann sogar über 45 Minuten Vorsprung mit. Ich bin erstmal etwas langsamer angelaufen und dachte, jetzt nicht verletzen. Und irgendwann habe ich dann angefangen zu rechnen, und vor meinem inneren Auge schmolz der Vorsprung jedes Mal, wenn ich eine steile Passage eher gehen musste.“ Diese Sorge erwies sich als unbegründet, so dass die nächsten Schritte eher Tanzschritte werden. „Wir feiern jetzt hier in der Finisher Area, das haben wir uns verdient, mal sehen, wo wir ein paar Bier herbekommen.“ 


Die adidas INFINITE TRAILS World Championships 2019 Mit den adidas INFINITE TRAILS World Championships hat der Herzogenauracher Sportkonzern einen Pro-Am Event kreiert, mit dem Trailrunning als aufstrebende Sportart weiter vorangebracht werden soll. Von 27.-30. Juni 2019, werden in Gastein (AUT), Dreier-Staffelteams in den Kategorien Damen, Herren und Mixed um Weltmeisterehren kämpfen. Nach einem gemeinsamen Prolog über 15 Kilometer und 891 Höhenmeter am 27. Juni starten diese Teams im so genannten „Jagdstart“, also gemäß der Rangfolge des Prologs, am 29. Juni auf die Trails. Dabei müssen sie in drei verschiedenen Laufrunden (25km/60km/40km) mit verschiedenen Charakteristiken ihre Stärken demonstrieren (eine Runde pro Läufer) und landschaftlich spektakuläre sowie technisch anspruchsvolle Strecken, u.a. über den Gamskarkogel (2.467m), den Graukogel (2.446m) und den Zittrauertisch (2.463m), überwinden. Insgesamt sind 127 Kilometer und 7.600 Höhenmeter zu bewältigen. Wichtiger Aspekt der adidas INFINITE TRAILS World Championships ist neben der sportlichen Herausforderung das Nachhaltigkeitskonzept, das der Veranstaltung zugrunde liegt.