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Mühl4Trail packte die Koffer - Trainingslager Gran Canaria

Mühl4Trail packte die Koffer und mittags versuchten wir unser Glück in Wien/Schwechat einzuchecken. Leider haben wir es mit Gels und Energieriegel ein wenig übertrieben, und somit mussten wir fast 4kg Übergepäck in die Rucksäcke und Hosentaschen stopfen. Am Flughafen in Las Palmas ging alles sehr rasch. Wir holten unser Leihauto, flitzten mit dem Citroen Jumpy nach Pasito Blanco und checkten im Gelände des Yachthafens ein. Im Luxusappartment Elisol 'Soling 3', mit Privatpool zur Regeneration der müden Beine, stellten wir unsere Koffer nur schnell in den Gang, und schon ging's los zum ersten Sundowner-Umgebungserkundungslauf nach Maspalomas. Eine Extrarunde haben wir auf dem Golfplatz gedreht. 1h46min, 15,14km


Am 2ten Tag starteten wir nach einem ausgiebigen Frühstück zuerst mit dem Auto ein Stück den Bergen entgegen. Von San Bartolome ging's zuerst durch ein paar kleinere Orte und dann auf Schotterwege, wo 3 Wochen zuvor auch der K42 Trans Gran Canaria startete. Diesem GPX-Track auf der Uhr folgten wir in eine Schlucht stetig bergauf ins Landesinnere. Es kann auch Ende März schon ordentlich warm werden, und so kletterte das Thermometer auf 29 Grad, die sich bei leichtem Wind gar nicht so heiss anfühlten, deren Auswirkungen wir aber bald zu spüren bekamen. Es ging vorbei an Kakteenfarmen und scheinbar endlosen roten Schiefer- und Vulkangesteinsformationen. Immer steiler wurde der Weg, der nach ca. 12km Anlauf auf einen sehr steilen Singletrail folgte. Bei 18km wussten wir, dass ein vollständiges Ablaufen des K42 ohne Labstellen bei diesem Wetter nicht möglich war. Das Wasser wurde beim Anstieg bereits schluckweise rationiert und die letzten Kaktusfeigen ausgeschlürft. Der Rückweg war anfangs noch ganz gut, doch spätestens am Schotterweg waren unsere Wasservorräte endgültig zu Ende, die Sonne knallte aber weiterhin mit voller Kraft auf unsere Häupter. Mit etwas mulmigen Gefühl tranken wir sehr warmes Wasser direkt aus einer rostigen Diesel-Pumpe, was im Nachhinein Gott sei dank keinem von uns auf den Magen schlug. Wir schickten unseren Thomas, the human SpeedyGonzales, Pointner vor, um Getränke im nächsten Ort zu kaufen. Gestärkt mit eisgekühlten Coca-Cola konnten wir mit schnellem Schritt unsere Tour mit 38km und 1200hm in Maspalomas beenden.


Tag 3 startete ebenfalls mit einer kurzen Autofahrt nach Mogan an die Steilküste im Westen der Vulkaninsel Gran Canaria. Mit Hilfe der Heatmap von Strava konnten wir eine tolle Runde von 10km mit 500hm erkunden, die nur Aussteigern und Einheimischen vorbehalten ist. Florian, the photograph, Böttcher perfektionierte seine Flugkünste mit der neuen DJI-Drohne und Manuel, der Winker Eismair setzte sich immer gut in Szene. Ein leichter Regenschauer machte uns gar nichts aus, und so kämpften wir uns gut gelaunt durch die Dornenbüsche von Puerto Rico zurück zum Auto, wo wir unser wohlverdientes Eis schleckten. Am Nachmittag machten wir in der Hauptstadt Las Palmas eine Spaziergang im Regen, bevor nochmal ein gemütlicher Strand- und Dünenlauf mit 12km am Programm stand. Im Appartment angekommen stürzte sich Markus, the cook, Pichler in der Küche über die Arbeit und bereitete die köstlichsten Spaghetti mit Potatoe Wedges und Salat zu. Anschliessend planten wir, wie jeden Abend, unsere nächste Tour, und wir wussten gleich, dass eine rasche Nachtruhe notwendig werden wird.


Tagwache 04:00 Earlybird am 4 Trainingstag. Nach einem Eiweiß- und kohlehydratreichen Frühstück ging's zuerst ca. 1h15min mit dem Auto ins Landesinnere, wo wir nach anfänglichen Schwierigkeiten den Parkplatz doch noch rechtzeitig fanden, um nach kurzem Aufstieg von 2,5km den Sonnenaufgang am Roque Nublo geniessen zu können. Nach gefühlten 1000 Fotos, Videos und Selfies ging es nach einem ebenso kurzen Abstieg wieder weiter in den Norden von unserer mittlerweile sehr lieb gewonnenen Vulkaninsel. Die Bergstraßen waren sehr gut ausgebaut, jedoch sehr steil und kurvenreich. Um die Zeit am Trail und nicht auf der Straße zu nutzen, wurden die Fotos während der Fahrt bearbeitet, markiert und hochgeladen, und so blieb nur der Fahrer mit einem guten Gefühl in der Magengrube übrig. Nach 1,5h erreichten wir San Pedro, wo wir unseren Augen kaum trauten. Wir haben Gran Canaria als Steinwüste kennengelernt, und fragten uns nun ob die Nordseite der Insel zu einer anderen Klimazone gehört. Tiefer Dschungel mit komplett bewaldeten Hügeln wie in Jurassic Park. Es wurde uns eine unglaubliche Trail-Landschaft geboten, die wir mit 20km und 1450hm voll auskosten konnten. Besonders der Downhill, den wir nur dank Florian, the Navi, Hildner gefunden haben, zauberte allen einen Strahlen ins Gesicht. Beim Auto angekommen hat für uns Sascha, the Captain Cola, Wobker bereits Eis und roten Trauben zur Stärkung besorgt, bevor wir die Heimreise nach Pasito Blanco über Las Palmas antraten.


Der Wetterbericht sagte über den letzten Tag unseres Trail-Camps eigentlich nichts Gutes voraus, aber einen Nüchternlauf am Strand und eine komplette Durchquerung der berühmten Dünen von Maspalomas sollte unbedingt noch im Trainingskalender eingetragen werden. Wider Erwarten, knallte die Sonne bereits um 09:00 sehr heiss an den Strand, und so konnten wir auch ohne Shirt am Strand ballern und über die Dünen springen. Wir sammelten nochmals 13km und sehr anstrengende 120 Dünen-Höhenmeter. Bei unserem letzten Frühstück im geräumigen Esszimmer leerten wir den Kühlschrank, bis auf 2 Knoblauchknollen, restlos.

Summary: 112km, 3700hm

Bericht: Manuel Eismair

Fotos: Florian Böttcher

Wir vom Team Trailrunning24 bedanken uns herzlichst bei den Jungs von Mühl4Trail